Philippe Bach wurde 1974 in Saanen,
Schweiz, geboren. Er studierte Horn an der Musikhochschule Bern und am
Conservatoire de Genève und anschliessend Dirigieren an der
Musikhochschule Zürich bei Johannes Schlaefli und am Royal Northern
College of Music in Manchester bei Sir Mark Elder. Er besuchte
Meisterkurse bei Sir Colin Davis, David Zinman, Vladimir Jurowski, Prof.
Ralf Weikert und Prof. Peter Eötvös.
Philippe Bach gewann zahlreiche
Auszeichnungen, u.a. erste Preise am Schweizerischen
Dirigentenwettbewerb (1996) und an der «International Jesús López Cobos
Opera Conducting Competition» (2006). 2006 bis 2008 war er Assistant
Conductor am Teatro Real in Madrid und Assistent von Jesús López Cobos.
Im
Juni 2007 gab er im Teatro Real sein Debut mit Madama Butterfly. Im
Dezember 2008 folgte sein Debut an der Hamburgischen Staatsoper mit
Hänsel und Gretel. Von 2008 bis 2010 war Philippe Bach Erster
Kapellmeister und Stellvertretender GMD am Theater Lübeck.
Seit 2011 ist er Generalmusikdirektor der traditionsreichen Meininger Hofkapelle und des Südthüringischen Staatstheaters Meiningen und seit 2012 Chefdirigent des Berner Kammerorchesters.
Als Gast leitete Philippe Bach u.a. Konzerte mit dem Tonhalle Orchester Zürich, dem London Philharmonic Orchestra, dem BBC Philharmonic Orchestra, dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra, dem Helsinki Philharmonic Orchestra, dem Royal Scottish National Orchestra, dem Orchestre de chambre de Lausanne, dem Basler Sinfonieorchester, dem kammerorchesterbasel, dem Hallé Orchestra, dem RTE National Symphony Orchestra, dem Orquesta Sinfónica de Madrid, dem Orchestra della Svizzera Italiana, dem Brandenburgischen Staatsorchester, dem Bournemouth Symphony Orchestra, dem Kuopio Symphony Orchestra und der Basel Sinfonietta.
Ulrich Hofer, geboren und aufgewachsen in Biel, ist Naturwissenschaftler und Erfinder von Musik. Das Handwerk des Tonsetzers hat er sich unterwegs nach Bedarf angeeignet, bei ausgebildeten Komponisten, Dirigenten und Interpreten:innen. Unterwegs entstanden sind lead sheets für tonalen, poly- und atonalen Jazz, ausgeschriebene Klavierstücke sowie mehrere Orchesterstücke an der Schnittstelle Klassik-Jazz. Zunächst geprägt vom Einfluss von Jazz-Grössen, beschäftigte sich Hofer verstärkt mit der «Neuen Musik», zunächst vor allem mit dem Spätwerk Alexander Skrjabins, dann mit den Russen Roslawez und Schostakowitsch. Später kamen Messiaen, Ligeti, Feldman und weitere hinzu.
Jonas «James» Gruntz, geboren in Bern, aufgewachsen in Nidau bei Biel/Bienne und Grosscousin der Jazzlegende George Gruntz, geht weiter, wo ein Schlusspunkt steht. Kern seines musikalischen Schaffens ist das Machen geblieben, das Kreieren, und von allen Erfahrungen, die er mit Musik macht, bleiben die intensivsten und liebsten jene, wo er alleine ist mit der Musik. Wo’s andere auf die Bühne zog, zog James Gruntz lang vor ihr fernzubleiben. Nichtsdestotrotz: 2007, nach Abschluss der Matura mit Schwerpunkt Musik, auf Italienreise mit dem Mofa, der Küste entlang, zwei Monate lang, und singend zum Motorenlärm, entschied er sich für die Musik — als Ganzes, gesamt, und damit doch auch für die Bühne. Auf ebendieser hat sich James Gruntz als Charakterstimme einen Namen gemacht. 2013 schloss er sein Master-Studium an der Zürcher Hochschule der Künste ab, Fachrichtung Pop-Gesang, ein Jahr später erreichte «Belvedere», sein fünftes Album, Platz 7 in den Schweizer Album-Charts, Konzerte: bald schon ausverkauft. Mit dem Basler Pop-Preis (2014), zwei Preisen bei den Swiss Music Awards (2015) und dem Werkjahr der FONDATION SUISA (2016) hat James Gruntz bereits mehrere bedeutende Schweizer Musikauszeichnungen gewonnen.
Nina Gutknecht studierte klassische Querflöte an der Hochschule der Künste Bern im Rahmen der Talentfördklasse am Gymnasium Hofwil. Darauf folgte ein Studium in Jazzgesang an der Musikhochschule Luzern mit Abschluss Musikpädagogik und Performance (mit Auszeichnung). Sie ist Preisträgerin der Ida und Albert Flersheim-Stiftung 2008, der Friedl-Wald Stiftung 2009 und erhielt 2012 den Nachwuchskulturförderpreis „Coup de Coeur“ des Kanton Berns mit ihrer damaligen Band Lily Yellow. Weiterbildungen in der „Complete Vocal Technique“ in Amsterdam und Helsinki und der Lichtenberger Methode. Sie ist ausserdem eine gefragte Studiosängerin für diverse CH-Produktionen wie z.B. Troubas Kater, Mash, Baze, Kummerbuben, Fusion Square Garden. Nina Gutknecht lebt mit ihrer Familie im Kanton Bern.
Wolfgang Zwiauer (*1973) ist ein vielseitiger Bassist aus der Schweiz, dessen warmer Ton und intuitive Musikalität ihn zu einem gefragten Partner in unterschiedlichsten musikalischen Kontexten gemacht haben. Seine Arbeit bewegt sich mühelos zwischen Jazz, improvisierter Musik, Folk, Pop und experimentellen Klanglandschaften – stets geprägt von Tiefe, Groove und einem feinen Gespür für Zwischentöne.
Er hat über viele Jahre hinweg mit prägenden Formationen wie Christy Doran’s New Bag, Feigenwinter 3 oder Don Li zusammengearbeitet und war an internationalen Produktionen ebenso beteiligt wie an innovativen Projekten der freien Szene. Aktuell ist er unter anderem mit dem Trio Onyx (mit Michael Arbenz und Clemens Kuratle), mit Bass Drum People sowie Don Li’s Cosmotinics aktiv, wo sein Spiel zwischen Energie und Präzision oszilliert.
Als Bühnenmusiker bringt er Klarheit, Präsenz und künstlerische Offenheit mit – und eine unverwechselbare musikalische Seele, die Räume schafft für Begegnung, Bewegung und Ausdruck.
Hanspeter Oggier (Panflöte)
Geboren in St. Niklaus (VS). Studierte beim Panflötisten Simion Stanciu «Syrinx», später beim SMPV (Schweizerischer Musikpädagogischer Verband) mit Hauptfach Panflöte in Genf und Zürich. 2005 Lehrdiplom, 2008 Konzertdiplom SMPV mit Auszeichnung, 2010 «Master of Arts in Music mit Major Performance Klassik» an der Musikhochschule Luzern, wo er seit 2011 das Hauptfach Panflöte (Abteilung Klassik) unterrichtet. Als Solist und Kammermusiker u.a. aktiv in der Konzertreihe „Musik an der ETH“ (2009), im Ensemble Fratres in Dardagny bei Genf (2010 und 2014) und im Salle Paderewski in Lausanne (2017). Mitglied des „Ensemble Inversa“, des „Duo Rythmosis“ (mit dem Cellisten Mathieu Rouquié) und des Duos „Orpheus und Syrinx“ (mit dem Lautenisten Luca Pianca, der 2018 mit dem Schweizer Musikpreis ausgezeichnet wird). Konzerte in Österreich, Spanien, Deutschland und Frankreich. 2007 Preisträger der Kiefer Hablitzel Stiftung, 2014 Kulturpreisträger der Raiffeisen Mischabel-Matterhorn.
Christoph Staudenmann wurde am 10. Mai 1969 in Biel geboren.
Er ist unter anderem bekannt durch seine Arbeit mit Bands wie Kolsimcha, Brink Man Ship, Percuscope und Tranceactivity. Tourneen führten ihn durch ganz Europa, nach Asien und Übersee. Daneben wirkte er mit an verschiedenen Tanz- und Theaterprojekten, und befasste sich mit Sampling und interaktiver Software.
Sein Spiel verbindet Groove und Präzision mit einem feinen Sinn für Klang und Dynamik.
Ueli Hofers Orchesterstücke sind aus Spielvorlagen für Jazz-Ensembles entstanden und fast ausnahmslos in seiner Biografie verankert, die ihn u.a. durch Regenwälder und die Medizintechnikindustrie führte. Im Bestreben nach einer Erweiterung der Ausdrucksmöglichkeiten überträgt er die führenden Rollen im Klanggeschehen den Orchesterinstrumenten und unterlegt ihnen treibende Grooves aus der Jazzwelt. Das BKO bringt nun erstmals Hofers gesamte Orchestermusik auf die Bühne, darunter drei Uraufführungen. Die Mitwirkung bekannter Künstler:innen aus der Pop- und Jazzszene verspricht eine spannende Umsetzung und eine gelungene Versöhnung Hofers «unangestrengt untonaler» (so ein Kritiker) Tonsprache mit den Erwartungen des Publikums.
Für seine Orchesterstücke greift Ueli Hofer in den Werkzeugkasten der ersten Komponistengeneration der sogenannten «Neuen Musik» zu Beginn des 20. Jahrhunderts, der Zeit der «Skandal»-Aufführungen und Saalschlachten, des Wiener «Watschenkonzerts», Pariser «Massacre du printemps» und einer überforderten Musikkritik, die uneins war, ob der Untergang des Abendlands bevorstand oder bloss die Befreiung von einer überkommenen Zunftordnung. Wir sind offenkundig nicht untergegangen, stattdessen legen wir heute die Definition von Musik weit grosszügiger aus. Hofer für seinen Teil verzichtet auf Maschinenlärm, sonstige Geräusche und Klamauk, schreibt aber an gesittetem Dur und Moll vorbei und zollt der heiligen Dreifaltigkeit aus Melodie, Harmonie und Rhythmus vielleicht nicht immer den erwarteten Respekt. Auch das Orchesterformat ist eine Absage an die romantische Tradition: Der Komponist ist überzeugt, dass die Klangarchitektur seiner Musik mit einem Kammerorchester optimal und in der nötigen Transparenz zur Geltung kommt. Für offene Ohren offener Geister bleibt so stets genug zu entdecken.