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Abschiedskonzert für und mit Johannes Schlaefli
Samstag, 5. Mai 2012 |
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19.30 Uhr Yehudi Menuhin Forum
19.00 Uhr Konzerteinführungg |
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Johannes Schlaefli Leitung |
Brigitte Hool
Sopran
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Franz Schubert
(1797-1828) |
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Entr`acte Nr. 3 B-Dur
aus der Schauspielmusik zu Rosamunde, D 797
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Franz Schubert /
Max Reger
(1873-1916)
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Du bist die Ruh, D 776
(Text: Friedrich Rückert)
Der Tod und das Mädchen, D 531
(Text: Matthias Claudius)
Gretchen am Spinnrade, D 118
(Text: Johann Wolfgang von Goethe)
Im Abendrot, D 799
(Text: Karl Lappe)
Erlkönig, D 328
(Text: Johann Wolfgang von Goethe) |
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*** |
Gustav Mahler
(1860-1911) |
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Sinfonie Nr. 4 G-Dur
(Fassung für Kammerorchester von
Klaus Simon)
- Bedächtig. Nicht eilen
- In gemächlicher Bewegung. Ohne Hast
- Ruhevoll (Poco adagio)
- Sehr behaglich. «Wir geniessen die
- himmlischen Freuden» |
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Dieses Konzert wird unterstützt durch die Burgergemeinde Bern
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Mit einem Konzert in der Reihe Classics Pure nimmt Johannes Schlaefli seinen Abschied als langjähriger Chefdirigent des BKO. Gemeinsam mit der Sopranistin Rachel Harnisch stimmen das Orchester und sein Leiter zum Saisonende Liedhaftes und Sinfonisches von Schubert und Mahler an – ein würdiger Abschluss!
Ganz im Zeichen von Franz Schubert steht der erste Teil des Abends, den ein Werk einleitet, dessen Thema der Komponist mehrfach verwendet hat. Im Dezember 1823 feierte am berühmten Theater an der Wien Helmina von Chézys Schauspiel Rosamunde Premiere, ein romantisches Spektakel mit Choreinlagen, Tanzszenen und der Bühnenmusik Schuberts, deren Entstehungsumstände weitgehend im Dunkeln liegen. Zwischen dem dritten und vierten Aufzug des Stücks, das von Liebe und politischen Intrigen um die Titel gebende zypriotische Prinzessin handelt, erklang in Wien ein Andantino, das in Schuberts ebenfalls Rosamunde überschriebenem a-Moll-Streichquartett wieder auftauchen sollte. Weiche Streicher und Flöte stellen eine langsame, weit ausschweifende Melodie vor, bevor die dynamisch differenzierte und stimmungsvoll instrumentierte Komposition wiederholt zwischen lichtem Dur und nachdenklichen Moll-Passagen changiert.
Emotionale und atmosphärische Wechsel prägen auch die fünf Lieder, denen Rachel Harnisch im Anschluss ihre Stimme leiht. Sie stammen aus unterschiedlichsten Schaffensphasen des Komponisten, der Texte so berühmter Dichter wie Goethe und Rückert vertonte. Schubert schuf mit seinen zahlreichen Liedern nicht nur den Grund seines bis heute anhaltenden Ruhmes, sondern gestaltete zugleich klingende Bilder von hoher suggestiver Kraft. Diese vermag in den beiden relativ spät entstandenen, zarten Gebeten Du bist die Ruh und Im Abendrot ein Gefühl inniger religiöser Meditation im Angesicht des nahenden Endes auf ebenso berührende Weise zu vermitteln wie die alptraumhafte, geradezu apokalyptische Erscheinung des Erlkönigs. Gleichsam düster die leisen Mollakkorde, über die sich im kurzen Der Tod und das Mädchen eine junge Sterbende in verzweifeltem Tonfall gegen ihr Schicksal wehrt – was die nachfolgenden, sanften Worte des Todes selbst umso tröstlicher wirken lässt. Und im Alter von gerade einmal 17 Jahren liess Schubert Gretchen am Spinnrad ihre innere Unruhe beklagen, wobei der Gesang zunehmend aufbraust. Die ostinate, rhythmisch prägnante Begleitfigur dagegen betont die Monotonie des sich drehenden Rads. Sämtliche Lieder sind in der kongenialen Orchestrierung zu erleben, die ihnen Max Reger zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat angedeihen lassen.
Mit der vierten Sinfonie von Regers Zeitgenossen Gustav Mahler klingt die Konzertsaison in üppigem Gewand aus. In dem 1901 uraufgeführten Werk überrascht Mahler mit komplexen polyphonen Strukturen und kompositorischen Kunstgriffen, indem er zum Beispiel vor der Reprise des Kopfsatzes das Lied Das himmlische Leben durch die Trompeten vorwegnehmen lässt, auf dem auch das gesamte Finale basiert. Wie in Schuberts Lieder sind in den Tänzen und Trios des zweiten sowie im elegischen dritten Satz das Thema menschlicher Sterblichkeit präsent, doch auch die Vorfreude auf den Himmel fehlt nicht. Sologeige, Klarinette und Oboe übernehmen in einzelnen Abschnitten die Führung durch diese ambivalenten Regungen, die der Komponist in eine Vielzahl tonaler und rhythmischer Kontraste kleidete. Der vierte Satz schliesslich krönt das farbenreiche Gemälde mit seinem paradiesischen, abermals von Rachel Harnisch gesungenen Liedthema.

Brigitte Hool
Nachdem Brigitte Hool an der Universität Neuenburg zwei Studien (Kunstgeschichte und Journalismus) gleichzeitig mit höchsten Auszeichnungen abgeschlossen hatte, wandte sie sich dem Studium im Fach Violoncello zu. Nach dessen Abschluss erlangte sie das Diplom in Gesang am Konservatorium in Neuenburg in der Klasse von Yves Senn. Brigitte Hool wurde u. a. von Grace Bumbry und von Mirella Freni in der Perfektionierung des Gesangs gefördert.
In den letzten Jahren trat die Schweizer Sopranistin an vielen namhaften Opernhäusern auf, so an der Scala in Mailand, Opéra comique de Paris, Capitole de Toulouse sowie an den Opern von Lyon, Lausanne, Nizza und Tours. Konzertreisen führten sie nach Japan (Michaela in Carmen) und Brasilien (Konzertarien von Mozart und „Vier letzte Lieder“ von Strauss). Im Rahmen ihrer regen Konzerttätigkeit trat sie auch in der Tonhalle Zürich auf.
Ihre Karriere brachte sie mit berühmten Dirigenten, wie z.B. Claus Peter Flor, Ion Martin, Jérémie Rohrer und Guido J. Rumstadt sowie mit bekannten Regisseuren, wie Nicolas Joël, Giancarlo del Monaco, Jérôme Savary und Omar Porras zusammen. Zudem arbeitete sie mehrmals mit Laurent Pelly zusammen, u.a. in der DVD-Produktion von „La Vie Parisienne“ in der Rolle der Pauline und im TV-Sender Mezzo in der Rolle der Ernestine in „Monsieur Choufleuri“.
Nachdem Brigitte Hool 2010 mit dem Pariser Kulturpreis Trofémina ausgezeichnet worden war, erhielt sie im letzten Jahr den Kulturpreis des Kantons Waadt und zudem unter den Gewinnern der verschiedenen Kategorien des Prix Trofémina (Kultur, Sport, usw.) auch den Gesamtpreis.
Die Sängerin schlägt häufig eine Brücke zwischen den verschiedenen Künsten, indem sie an Aufführungen teilnimmt, die Oper und Humor verbinden, wie beispielsweise Lapp & Simon oder an anderen künstlerischen Projekten mit Gauthier Capuçon.

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