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Eine ägyptisch-orientalische Nacht mit dem BKO
Freitag,
16. Dezember 2011 |
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19.30 Uhr Kultur-Casino Bern, Grosser Saal |
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Johannes Schlaefli
Leitung |
Nehad El-Sayed
Oud
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Jasmin Hürzeler
Tanz und Choreographie |
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Chor der Ehemaligen des Gymnasiums Neufeld
Leitung: Christoph Marti und Bruno Späti
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Wolfgang A. Mozart
(1756-1791) |
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Ouvertüre zu Die Entführung aus dem Serail, KV 384 |
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Nehad El-Sayed
(*1975)
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Darwich`s Garden
(Variationen über Sayed Darwich Melodien |
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| Wolfgang A. Mozart |
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Chöre aus Thamos, König in Ägypten,
KV 345
Nr. 1: Schon weichet dir, Sonne
Nr. 2: Maestoso - Allegro
(Chorarrangement: Nehad El-Sayed)
Nr. 5: Allegro vivace assai
(Chorarrangement: Nehad El-Sayed)
Nr. 6: Gottheit, über alle mächtig |
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*** |
| Nehad El-Sayed |
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Konzert für Oud und Orchester
(Uraufführung) |
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Nikolai Rimsky-Korsakoff
(1844-1908)
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Scheherazade, op. 35
IV: Festival at Baghdad |
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| Nehad El-Sayed |
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Werk für Chor und Orchester
(Uraufführung) |
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| Nikolai Rimsky-Korsakoff |
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Scheherazade, op. 35
II: The Story of the Kalender Prince |
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Dieses Konzert wird unterstützt durch die Burgergemeinde Bern
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Der aus Ägypten stammende Wahlberner Nehad El-Sayed stellt Werken von Mozart und Rimsky-Korsakoff eigene Kompositionen zur Seite, die er für das diesjährige Festkonzert geschaffen hat. Die Klänge des BKO verschmelzen dabei mit El-Sayeds Oud, dem Gesang des Chors der Ehemaligen des Gymnasiums Neufeld und den Tanzeinlagen, die Jasmin Hürzeler selbst entworfen hat. Auf diese Weise entsteht eine optisch und akustisch ganz besondere musikalische Reise, die von Bern in die Türkei, nach Ägypten, Wien und Russland führt.
«und ich glaube man wird dabey nicht schlafen können, und sollte man eine ganze Nacht durch nichts geschlafen haben.» Soweit Wolfgang Amadeus Mozart über die Ouvertüre zu Die Entführung aus dem Serail in einem Brief an seinen Vater. Und tatsächlich dürfte es auch den müdesten Zuhörenden schwer fallen, während dieses kurzen Stücks einzunicken, das am Beginn des heutigen Abends steht. Zu markant, beinahe fanfarenhaft mischt sich die mit Pauken, grosser Trommel, Becken und Triangel reich besetzte Perkussion immer wieder in die von den Streichern getragene, rasante Eröffnungsmelodie und die sanfteren Linien der Oboe im Mittelteil. Das auffällig prominente Schlagwerk diente Mozart dazu, den türkischen Schauplatz der Opernhandlung musikalisch vorwegzunehmen – obwohl der Komponist damit eher den Exotismus des Wiener Publikums bediente als authentische Rhythmen aus dem Nahen Osten nachempfand.
Abermals in orientalischen Gefilden ist Tobias Philipp Freiherr von Geblers Heldendrama Thamos, König in Ägypten angesiedelt, zu dem Mozart mehrere Chöre und Zwischenakte schrieb. Schon weichet dir, Sonne und Gottheit, über alle mächtig, die an den feierlichen, majestätischen Glanz der Chornummern aus Die Zauberflöte erinnern, präsentieren die Ehemaligen des Gymnasiums Neufeld und das BKO in der Originalfassung. Die beiden ursprünglich instrumentalen Entr`actes dazwischen hingegen versieht Nehad El-Sayed mit eigenen Chorarrangements, wodurch Mozarts bildhafter Kompositionskunst eine wahrhaft ägyptische Note beigefügt wird. Zu dieser Mischung tragen überdies El-Sayeds Variationen Darwich`s Garden bei, die im Anschluss an die Serail-Ouvertüre erklingen.
Ein Werk El-Sayeds, welches dabei zugleich seine Uraufführung erlebt, läutet auch die zweite Konzerthälfte ein. Als Soloinstrument dient das Oud, eine Laute, die dem Komponisten gemäss im arabischen Raum so verbreitet ist wie in Europa das Klavier – allerdings zumeist als Begleiterin. Wenn das Instrument hier im Vordergrund steht und vom Orchester umspielt wird bzw. mit ihm in Dialog tritt, kommt dies demnach einer absoluten Seltenheit gleich. Doch damit nicht genug: El-Sayed beschert dem vorweihnachtlichen Festanlass gleich noch eine zweite Premiere, wobei wiederum der Chor der Ehemaligen die Bühne betritt. Um der jahreszeitgerechten Überraschung keinen Abbruch zu tun, sei über den Charakter dieser Komposition vorerst nichts verraten…
Das bereits faszinierend weit greifende Tonkaleidoskop des Abends ergänzen, zum Konzertmotto passend, zwei Abschnitte aus Nikolai Rimsky-Korsakoffs Scheherazade. Betitelt nach der verführerischen Erzählerin aus Tausend und eine Nacht, greift die Symphonische Suite des russischen Spätromantikers mehrere Geschichten auf, die in der grossen Märchensammlung vereinigt sind. Entsprechend vielgestaltig orchestriert sind das Fest in Bagdad und die Geschehnisse um den Prinzen Kalender, die von Jasmin Hürzeler zudem tänzerisch in Szene gesetzt werden.

Nehad El-Sayed
Erst im Alter von 16 Jahren erlernte der in Kairo aufgewachsene Komponist und Oud-Spieler sein Instrument, heute gilt er als einer der talentiertesten Virtuosen. Nehad El-Sayed studierte am Arabic Oud House, wo er als erster Solist sein Diplom mit Auszeichnung erhielt. Zudem absolvierte er einen Bachelor in Komposition sowie einen Master in Komposition, Jazz und Medienkunst an der Hochschule der Künste Bern. El-Sayed kennt sich in der europäischen und arabischen Klassik ebenso aus wie mit Sufi-Musik und modernen Kompositionen aus Nordafrika und dem Nahen Osten. All diese Einflüsse verarbeitet er in seinen Werken und als Leiter von interkulturellen Projekten. El-Sayed bereiste mit dem renommierten Oyon Ensemble Länder wie Oman, Syrien, Libanon, Tunesien, Algerien, Jordanien und Italien, gastierte an grossen Festivals in seiner Heimatstadt sowie in Alexandria und war Gast des Pariser Institut du Monde Arabe. Im Jahr 2000 gewann der Künstler den ersten Preis am Oud-Wettberb in Ammann, den die Arabische Liga damals erstmals organisierte. Später trat El-Sayed mit dem El-Oud El-Araby Trio am Babylon Festival auf, wurde 2002 zum Oud-Symposium nach Marrakesch geladen und weilte drei Jahre darauf als Artist in Residence der Pro Helvetia in der Schweiz, wo er heute lebt und arbeitet.
Jasmin Hürzeler
Die gebürtige Bernerin erlangt im Herbst 2011 den Master of Middle Eastern Studies and Social Anthropology. Schon während ihrer Schulzeit besuchte sie Workshops und Kurse zum orientalischen Tanz, der mit all seinen Facetten bis heute ihre Leidenschaft geblieben ist. Im Rahmen ihres Studiums der Islamwissenschaften und Sozialanthropologie hat sich Jasmin Hürzeler intensiv mit den kulturellen Hintergründen des Tanzes und verschiedenen orientalischen Sprachen auseinandergesetzt. Während eines halbjährigen Aufenthalts in Kairo genoss sie ausserdem privaten Tanzunterricht bei renommierten Lehrern wie Mahmoud Reda, Souheir Nemesis und Joana Sahiraa. In Zürich absolvierte sie bei Khaled Seif eine zweijährige Ausbildung zur Tänzerin und Tanzlehrerin für orientalischen Tanz, liess sich in weiteren Tanzstilen unterrichten und wirkte am erfolgreichen Bühnentanzprojekt von Raksan mit. Seit 2007 tritt Hürzeler regelmässig als Einzeltänzerin und Mitglied von Khaled Seifs internationaler Tanzgruppe auf, zudem erteilt sie in wöchentlichen Kursen und Workshops selbst Unterricht.
Chor der Ehemaligen des Gymnasiums Neufeld
Nachdem sich ehemalige Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Neufeld an mehreren grossen Projekten des Schülerchors beteiligt hatten, entwickelte sich im Jahr 2004 aus dieser Tradition schliesslich eine eigenständige Institution. Das Ziel des neuen Ensembles bestand von Beginn weg darin, selten gesungene Kompositionen auf einem hohen musikalischen Niveau aufzuführen. Der Chor steht unter der Leitung von Christoph Marti und Bruno Späti.

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