MARIMBAKONZERT

Dienstag,
26. Oktober 2010

19.30 Uhr Yehudi Menuhin Forum
19.00 Uhr Konzerteinführung

metz
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Matthias Kuhn
Leitung
Katarzyna Mycka
Marimba
Daniel Steibelt
(1765-1823)
Ouvertüre zu Roméo et Juliette
Johann Seb. Bach
(1685-1750)
Doppelkonzert d-Moll für Marimba und Violine,
BWV 1043

Solo-Violine: Sibylla Leuenberger
Vivace
Largo ma non tanto
Allegro

***
Anna Ignatowicz-Glínska
(*1968)
Concerto for marimba, trumpet and strings. Uraufführung
(2007, komponiert für Katarzyna Mycka)
Solo-Trompete: André Schüpbach
Jean Sibelius
(1865-1957)

Suite zu Pelleas und Melisande, op. 46
Am Schlossthor
Melisande
Am Meer
Am Wunderborn im Park
Die drei blinden Schwestern
Pastorale
Melisande am Rocken
Zwischenaktmusik
Melisandes Tod

Dieses Konzert wird unterstützt durch die bbgBurgergemeinde Bern

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Als Einstieg in die neue Saison präsentiert das BKO je zwei menschliche und instrumentale Paare: Auf der einen Seite die tragischen Liebenden Romeo und Julia bzw. Pelleas und Melisande, auf der anderen die Marimba, zunächst in Kombination mit der Violine, sodann mit der Trompete. Ein funkelnder Klangreigen mit einer selten gespielten Ouvertüre von Daniel Steibelt, Bachs d-Moll-Doppelkonzert in ungewohnter Besetzung, einer Uraufführung und romantischer Schauspielmusik von Jean Sibelius.

Heutzutage widmet ihm kaum ein Musiklexikon mehr als ein paar Zeilen, doch zu Lebzeiten war der in Berlin geborene Daniel Steibelt ein gefragter und beliebter Pianist und Komponist. Die 1793 in Paris erstmal aufgeführte Oper Roméo et Juliette wurde nebst zahlreichen Klavierwerken zu seinem grössten Erfolg. Am Beginn der mit Blech- und Holzbläsern sowie Streichern und Perkussion reich besetzten Ouvertüre steht ein kräftiger c-Moll-Akkord, aus dem eingängige Melodien entwickelt werden. Diese eröffnen ein dynamisch wechselvolles Panorama an Stimmungen, das die Handlung des Stücks bereits anklingen lässt.

Vielseitigkeit prägt auch Johann Sebastian Bachs Konzert in d-Moll für zwei Geigen, heute in einer Fassung für Marimba und Violine gespielt. Lebendig und zugleich nachdenklich setzt das sorgfältig gearbeitete Vivace ein und schliesst nach spielerisch verschlungenen Linien in Dur. Dies nimmt die Eleganz des Mittelsatzes vorweg, einer ruhigen und berührenden Ballade, zu der das stürmische Temperament im finalen Allegro einen überraschenden Gegensatz bildet. Katarzyna Myckas virtuoses Marimba-Spiel verleiht dem Stück zusammen mit den Geigenkünsten von Konzertmeisterin Sibylla Leuenberger eine zusätzliche klangliche Dimension.

Mit André Schüpbach erhält ein zweiter Musiker aus den Reihen des BKO Gelegenheit zur solistischen Darbietung, wenn das 2007 geschaffene und Katarzyna Mycka zugedachte Konzert für Marimba, Trompete und Streicher der jungen polnischen Komponistin Anna Ignatowicz-Glínska aus der Taufe gehoben wird. Deren bisheriges Oeuvre erfreut sich grosser Popularität, wie seine Präsenz auf den Festivalbühnen Europas und mehrere CD-Veröffentlichungen belegen. Das ist nicht zuletzt das Verdienst der Widmungsträgerin, die Ignatowicz-Glínskas Toccata für ihre Marimba Sculpture eingespielt hat.

Einen weiteren stilistischen Akzent bietet die Suite zu Pelleas und Melisande, die der Finne Jean Sibelius als Begleitmusik zu Maurice Maeterlincks Drama für ein grösseres Kammerorchester geschrieben hat. Die relativ kurzen, farbig orchestrierten und emotionalen Sätze bestechen durch einnehmende Harmonien und Tonbilder, welche die Phantasie anregen. So führen sie einem das Schlosstor und das Meer plastisch vor Augen, die drei blinden Schwestern werden von betörenden Holzbläsermelodien vorgestellt, und Melisande erscheint in schwermütigem Streicher-Moll.

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Matthias Kuhn

metzDas Schaffen des Berners als Dirigent und Cellist zeichnet sich durch ein breites Repertoire aus, das Werke verschiedenster zeitlicher und geografischer Herkunft umfasst. Dazu passt seine Zusammenarbeit mit so unterschiedlichen musikalischen Partnern wie der Freitagsakademie, der basel sinfonietta, dem Zürcher Collegium Novum, Eva-Maria Zimmermann oder dem Cembalisten Romano Giefer. Ausserdem ist Matthias Kuhn Leiter des Medizinerorchesters Bern und am hiesigen Stadttheater mit der Uraufführung von Christian Henkings Leonce und Lena auch im Opernbereich in Erscheinung getreten. Von der Hochschule der Künste Bern HKB wurde ihm 2006 eine Gastdozentur für eine Musiktheaterproduktion übertragen. Daneben unterrichtet Kuhn privat Cello, Dirigieren, Instrumentation und Kammermusik, kümmert sich um Education-Projects des Berner Symphonieorchesters, arrangiert Stücke für neue, teilweise ungewöhnliche Besetzungen. Was auch immer er gerade tut, er «lässt die Musik atmen», wie unlängst im Bieler Tagblatt zu lesen war.

linieKatarzyna Mycka

metzNach Studien in Gdansk, Stuttgart und Salzburg hat sich die 1972 geborene Marimbistin eine Vielzahl an internationalen Auszeichnungen erspielt, etwa beim renommierten ARD-Wettbewerb 1997 in München oder zwei Jahre zuvor bei der International Percussion Competition Luxembourg, wo ihr der erste Preis verliehen wurde. Seither hat sie selbst als Jurorin an Wettbewerben mitgewirkt sowie als Gastdozentin in Poznan (PL) und Mannheim gelehrt. Katarzyna Mycka konzertiert mit diversen Orchestern in den USA, Japan, China, Mexico und Europa. Zudem liegen sechs CDs vor, die ihre musikalische Vielschichtigkeit und Wandelfähigkeit dokumentieren. Dasselbe gilt für die Bandbreite an Werken, die Mycka auf der Bühne spielt, darunter nebst für ihr Instrument geschriebenen Kompositionen wie Steve Reichs Nagoya Marimbas mehrere Bearbeitungen von Stücken Johann Sebastian Bachs.

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