Freitag,
17. Dezember 2010 |
|
19.30 Uhr Kultur-Casino Bern, Grosser Saal |
|
|
|
|
|
 |
Philippe Bach
Leitung |
Julia Novikova
Sopran |
Christina Daletska Mezzosopran |
|
|
|
|
Wolfgang A. Mozart
(1756-1791) |
|
Aus Le Nozze di Figaro, KV 492
Ouvertüre
Aria Non so piu cosa
Arietta Voi che sapete
Duettino Aprite presto
Recitativo ed Aria Giunse alfin
Aus La Clemenza di Tito, KV 621
Marcia
Duetto Ah perdona al primo affetto
Aria Parto, ma tu ben mio
Aus Die Zauberflöte, KV 620
Ouvertüre
Recitativo ed Aria O zittre nicht
Marsch der Priester
Aria Der Hölle Rache (Königin der Nacht) |
|
|
*** |
Othmar Schoeck
(1886-1957) |
|
Aus Don Ranudo, op.27
Serenade für Oboe, Englischhorn und Streicher |
|
|
|
Engelbert Humperdinck
(1854-1921)
|
|
Aus Hänsel und Gretel
Ouvertüre
Erste Szene
Abendsegen und Traum |
|
Dieses Konzert wird unterstützt durch die Burgergemeinde Bern
Medienpartner

|
Tickets bestellen

In der faszinierenden Welt des Musiktheaters ist das diesjährige Festkonzert angesiedelt. Ouvertüren, Märsche und eine Serenade lassen die Spannung bis zum Auftritt der Sängerinnen und Sänger ansteigen. Diese stellen nebst Arien und Duetten aus Mozarts Feder Ausschnitte der romantischen Märchenvertonung Hänsel und Gretel von Engelbert Humperdinck vor.
Den Einstieg bildet Wolfgang Amadeus Mozarts Le Nozze di Figaro um die höfischen Bediensteten Figaro und Susanna, die heiraten möchten. Dies versuchen der lüsterne Graf und seine eifersüchtige Gattin zu verhindern; Intrigen und Täuschungen sind vorprogrammiert. Die Ouvertüre hebt in zügigem Tempo an, gefolgt von zwei schwärmerischen Arien des liebestollen Pagen Cherubino, der sich sodann in einem atemlosen Duett mit Susanna gegen die finsteren Pläne der Grafenfamilie zur Wehr setzt. Mittels weiter, balladesker Melodien freut sich Susanna dagegen schliesslich über das bevorstehende Happy End.
Von politischerem Inhalt ist Mozarts letztes Bühnenwerk, die «Opera seria» La Clemenza di Tito über den römischen Kaiser Titus, der in einen Strudel aus enttäuschter Liebe, Hass und Verschwörung gerät. Davon ist im durch Fanfaren und Paukenwirbeln eingeleiteten Marsch allerdings noch nichts zu spüren, wenn Majestät würdevoll die Treppen vor dem Kapitol hinab schreitet. In warmen Farben präsentiert sich das Duett von Annius und Servilia, einem Paar aus dem Umfeld des Kaisers. Die aufwühlende Arie des in einen Attentatsplan verwickelten Sextus wiederum klingt dramatisch, was einer markanten Beschleunigung in der Mitte und der eindrücklichen finalen Steigerung geschuldet ist.
Ebenso viele musikalische Schattierungen charakterisieren den archetypischen Kampf zwischen Licht und Dunkelheit im Singspiel Die Zauberflöte, personifiziert als Sarastro und Königin der Nacht. Letztere beklagt verzweifelt die Entführung ihrer Tochter durch Sarastro, bevor sie sich in eine nach Rache dürstende Furie verwandelt. Dazwischen geht vom feierlichen Priestermarsch eine gänzlich andere, versöhnliche Stimmung aus, die schon in den verheissungsvollen Akkorden der Ouvertüre erstmals aufscheint.
Eine Serenade aus der in einer spanischen Kleinstadt des 18. Jahrhunderts angesiedelten komischen Oper Don Ranudo von Othmar Schoeck eröffnet den zweiten Teil des Abends. Die verführerische Kombination von Oboe und Englischhorn passt sowohl zu den heiteren Momenten des Stücks als auch zu dessen melancholischen Eintrübungen.
Als Engelbert Humperdincks Hänsel und Gretel entstand, war das deutschsprachige Musiktheater einerseits von den mythologischen Werken Wagners geprägt, andererseits vom Streben nach möglichst authentischer Darstellung realer Zustände. In seiner 1893 uraufgeführten Märchenoper stellte Humperdinck Wagners Ideal des durchkomponierten Dramas geschlossene Nummern entgegen. Warme Hornakkorde eröffnen das Vorspiel, an dem in aufregend unvorhersehbarer Folge sämtliche Register des Orchesters teilhaben. Die erste Szene illustriert Humperdincks kompositorischen Facettenreichtum, indem sie geradezu tänzerisch-fröhlichen Melodien tonale Abbilder dunkler Vorahnungen zur Seite stellt. Besonders einfühlsam ist Hänsels und Gretels als Duett vorgetragenes Abendgebet instrumentiert, dessen melancholische Geigen- und Flötenlinien bereits dem Land der Träume zu entspringen scheinen.

Philippe Bach
Die Liste der Werke, die der stellvertretende Generalmusikdirektor am Theater Lübeck dirigiert hat, füllt sieben klein gedruckte A4-Seiten und enthält Sinfonien ebenso wie Opern, zeitgenössische Kompositionen neben Klassikern aus verschiedenen Epochen. Darunter finden sich Humperdincks Hänsel und Gretel sowie ein gutes Dutzend Stücke von Mozart, womit sich Philippe Bach für das Festkonzert besonders empfiehlt. Der 1974 geborene Schweizer hat in Bern und Genf Horn studiert sowie in Zürich Dirigieren bei Johannes Schlaefli, 2005 wurde ihm ein Stipendium an der American Academy of Conducting verliehen. Bach gewann 2006 den ersten Preis des International Jesús López-Cobos Opera Conducting Competition. Im Anschluss daran hat er unter anderem mit der Südwestdeutschen Philharmonie, dem London Symphony Orchestra, der Camerata Zürich, dem Berner Sinfonieorchester und dem Tonhalle Orchester gearbeitet. Als Assistenzdirigent am Madrider Teatro Real leitete er die Aufführungen von Madame Butterfly und Il Barbiere di Siviglia, in Lübeck die Produktionen Eugen Onegin, Il Trovatore und Das Rheingold. Im Januar 2011 wird Bach Generalmusikdirektor am Theater Meinigen.
Julia Novikova
Als äusserst wandelfähige Opernsängerin war die Sopranistin unter anderem als Olympia in Offenbachs Les Contes d` Hoffmann, Flora in The Turn of the Screw von Benjamin Britten, in Rossinis Barbiere di Siviglia als Rosina, Königin der Nacht in Mozarts Zauberflöte oder als Zerbinetta in Ariadne auf Naxos von Richard Strauss zu sehen. Entsprechende Engagements führten sie dabei nach Dortmund, Frankfurt, Bonn, Lübeck, Berlin, Stuttgart und Strasbourg. Demnächst gibt Julia Novikova Konzerte in New Yorks Carnegie Hall, der Berliner Philharmonie sowie der Staatsoper Budapest. Dazu gesellen sich Auftritte als Gilda in Verdis Rigoletto, Humperdincks Gretel in Lyon und Norina in Don Pasquale von Donizetti am Opernhaus in Washington, um nur eine Auswahl zu nennen. Novikova ist mehrfache Preisträgerin, wurde 2006 beispielsweise an der schwedischen Wilhelm Stenhammar International Competition ausgezeichnet und gewann im letzten Jahr sowohl den Ersten als auch den Publikumspreis im Rahmen der OPERALIA 2009 Plácido Domingo The World Opera Competition in Budapest.

Christina Daletska
Christina Daletska gab ihr Bühnendebut mit 23 als Rosina im Teatro Real, seitdem gastierte sie in 2009 bei den Salzburger Festspielen, in Lyon (Don Giovanni, La Traviata und Moskau (Schostakovich)) sowie in Frühling 2010 in Nozze die Figaro (Graz) und Carmen (Festspielhaus Baden Baden). Im Oktober 2010 ist sie in einer konzertanten Produktion von Otello unter Daniel Harding in Paris, Luxembourg, Dortmund und erneut in Baden-Baden zu hören; ausserdem wird sie beim “Dunant 2010“ in Heiden die Bertha von Suttner in einer Welturaufführung von Gion Antoni Derungs Dunant – ein dramatisches Menschenleben darstellen.
In der Schweiz wird die junge Sängerin in März 2011 in Honeggers Le Roi David mit dem Aargauer Symphonieorchester zu hören; weiter debütiert sie als Idamante (Idomeneo) in London, Hamburg und München, und Würzburg (Mozartfest) unter Thomas Hengelbrock. Februar 2012 wird sie als Annio in La Clemenza di Tito mit u.A. Elina Garanca in London, Paris, Hamburg und Bremen zu hören sein.
Christina Daletska spricht sieben Sprachen und engagiert sich für Amnesty International

Programm als PDF zum ausdrucken | Zum Seitenanfang
 |