BLÄSERSPÄSSE

Sonntag,
25. Oktober2009

17 Uhr Vidmarhallen Bern-Liebefeld, Vidmar:1
16.30 Uhr Konzerteinführung

metz
Spalanzani
Nathan Brock
Leitung
Maximilian Hornung Violoncello
 
Wolfgang Amadeus Mozart
(1756–1791)
Don Giovanni
Ouvertüre
(Bearbeitung: Felix Wolters)
  Don Giovanni
Ausgewählte Arien und Szenen, u.a.:
La Ci Darem la Mano
Dalla Sua Pace
Vedrai carino
Gia la mensa è preparata

(Bearbeitung: Joseph Triebensee)
Bernd Alois Zimmermann
(1918-1970)
Rheinische Kirmestänze für 13 Bläser
  ***
Friedrich Gulda
(1930-2000)
Konzert für Violoncello und Blasorchester
Ouvertüre
Idylle
Cadenza
Menuett
Finale alla Marcia

Dieses Konzert wird unterstützt durch
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valiant

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Ein spezielles Programm eröffnet die Konzertsaison: Nebst Szenen aus Mozarts Don Giovanni kommen Werke zweier Komponisten des 20. Jahrhunderts zur Aufführung – Zimmermann versetzt das Publikum an ein Volksfest, während sich Gulda der traditionellen Gattung des Instrumentalkonzerts bedient und sie zugleich ausweitet. Im Zentrum stehen dabei immerzu die Blasinstrumente.

Wolfgang Amadeus Mozarts Oper Don Giovanni gilt als „dramma giocoso“, als „spielerisches Drama“. Der scheinbare Gegensatz innerhalb des Wortpaares spiegelt die Handlung um den berühmten Frauenverführer. Denn Giovanni setzt sich zwar charmant-spielerisch über gesellschaftliche Regeln hinweg, fährt dafür jedoch später zur Hölle. In der Ouvertüre sind die beiden inhaltlichen Facetten bereits hörbar, indem sich langsame Melodien in schwelendem Moll mit tänzerischen Einlagen abwechseln. Felix Wolters hat das Stück „auf Harmonie gesetzt“, also für gemischtes Bläser-Ensemble arrangiert.
Zu Mozarts Lebzeiten war die Praxis verbreitet, erfolgreiche Kompositionen auf diese Weise zu verändern, weil die Bläserbearbeitungen als Tafelmusik in gehobenen Kreisen solchen Erfolg hatten, dass sie ein zusätzliches Honorar versprachen. Joseph Triebensee (1772-1846) hat 19 Nummern aus Don Giovanni für die damals übliche Besetzung von je zwei Oboen, Klarinetten, Hörnern und Fagotten gesetzt. In Wolters Ouvertüren-Version gesellen sich dazu noch zwei Flöten.

Bernd Alois Zimmermanns Schaffen lässt sich keiner stilistischen Schule zuordnen. So schreckte er weder vor zeitgenössischen Kompositionstechniken noch vor volkstümlichen Elementen zurück. Die Rheinischen Kirmestänze, die Zimmermann 1962 für 13 Bläser schrieb, sind ein Beispiel dafür. Tatsächlich erinnern die eingängigen Rhythmen und Motive an traditionelle Tänze und verbreiten Volksfeststimmung, die allerdings durch Chromatik und abrupte Taktwechsel relativiert wird.

Auch Friedrich Guldas Konzert für Violoncello und Blasorchester entzieht sich einer Kategorisierung, was schon die Besetzung deutlich macht. Zudem erweitern Anleihen bei Jazz und Rock die konventionelle Gattung. Davon abgesehen verwöhnt der Komponist die Zuhörenden mit schlichten Melodien sowie „lieblich pfeifenden“ Flageoletts und sorgt in Form von rabiaten Doppelgriffen, stürmischen und lebensfrohen Elementen immer wieder für Überraschungen.

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Nathan Brock

brockDer junge kanadische Dirigent Nathan Brock kann auf zahlreiche musikalische Erfahrungen und Erfolge zurück blicken. So spielte er während seines Studiums der Geschichte, Musik und französischen Sprache Perkussion, Klavier sowie mehrere Streichinstrumente. An das thematisch breite Erststudium schloss Brock seine Ausbildung zum Orchesterleiter an, die er 2008 an der Zürcher Hochschule der Künste erfolgreich beendete. Zu diesem Zeitpunkt hatte er Meisterkurse rund um den Globus absolviert und mit so namhaften Künstlern wie Gennady Rozhdestvensky oder David Zinman gearbeitet, 2003 das Northern Lights Music Festival in Mexiko mitbegründet und bis 2008 geleitet. Konzerte mit verschiedenen Orchestern führten ihn in die Tschechische Republik, nach Bulgarien, Russland und in die USA. Zudem gewann er in Kanada, Spanien, Italien und der Schweiz etliche Preise. Derzeit ist Brock Dozent und Assistent von Johannes Schlaefli an der Hochschule der Künste Zürich, im Juli 2009 wird er die Stelle des „Chef en Résidence“ beim Orchestre Symphonique de Montréal (Kanada) annehmen. Nathan Brock hatte seinen Einstand beim Berner Kammerorchester am Festkonzert vom 14. Dezember 2007, an dem er eine Rossini-Ouvertüre dirigierte.

linieMaximilian Hornung

hornungIm Alter von neun Jahren erhielt der 1986 in Augsburg geborene Maximilian Hornung seinen ersten Cello-Unterricht durch Eldar Issakadze, später wurde er Schüler von Thomas Grossenbacher in Zürich, derzeit studiert er in Berlin bei David Geringas. 2005 gewann er den Deutschen Musikwettbewerb und ist seither in ganz Europa an vielen Festivals und in bekannten Konzerthäusern aufgetreten. Kammermusikalisch arbeitet er mit Christian Tetzlaff, Mischa Maisky oder dem viel gerühmten Tecchler Trio zusammen, das nicht zuletzt für sein breites Repertoire bekannt ist. Ausserdem gastierte er beim Tonhalle-Orchester Zürich, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Tschaikowsky-Sinfonieorchester Moskau und dem Niedersächsischen Staatsorchester Hannover, um nur einige zu nennen. Auf seiner zweiten CD erschien im Frühling 2009 Yehudi Wyners Cellokonzert als Weltersteinspielung, weitere Veröffentlichungen sind geplant. Hornung ist 1. Solo-Cellist im Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und hat ein Stipendium des Freundeskreises der Anne-Sophie Mutter Siftung e.V. inne.

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