WIEN – PRAG

Dienstag,
21. Oktober 2008

19.30 Uhr Konservatorium Bern, Grosser Saal
19.00 Uhr Konzerteinführung

reinhard
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Mirjana Reinhard Violoncello
Johannes Schlaefli
Leitung
Leopold Koželuh
(1747–1818)
Sinfonie g-Moll
Allegro
Adagio
Presto
Antonín Dvorák
(1841–1904)
Waldesruh und Rondo
für Violoncello und Orchester
  ***
Wolfgang Amadeus Mozart
(1756–1791)
Sinfonie Nr. 38 D-Dur, KV 504
(«Prager Sinfonie»)
Adagio - Allegro
Andante
Presto
Dieses Konzert wird unterstützt durch
bbg
Stiftung Ruth und Ernst Burkhalter

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Ein klassisch-romantischer Auftakt in die neue Saison – mit Musik aus dem Umfeld von Wien und Prag, zwei Zentren mit einem blühenden Musikleben, grosser Anziehungskraft und Ausstrahlung zur Zeit von Koželuh, Dvorák und Mozart. Alle drei wirkten hier.

Von den Sinfonien des böhmischen Komponisten Leopold Koželuh steht eine einzige in einer Molltonart: in g-Moll. Wie Mozart liess sich auch Koželuh zu besonderen Höhenflügen anspornen von dieser Tonart. Sturm und Drang stecken in dieser Sinfonie, das ungestüme Lebensgefühl einer jungen Generation in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, die sich nicht mehr von Vernunft und Normen leiten lassen wollte, sondern von Gefühlen und vom Drang nach Freiheit. Unmittelbar und entfesselte Musik, leidenschaftlich erregt und aufwühlend im Charakter.

Die Musik, die Antonín Dvorák ein Jahrhundert später komponierte, scheint märchenhaft inspiriert zu sein von Eindrücken aus der böhmischen Natur. Weite Wälder, die in der Abenddämmerung friedlich daliegen, am nächsten Tag wieder erwachen, vibrierend, voller Leben, bevor sich die Ruhe wieder über die Wipfel legt – Waldesruhe.
Und im Rondo meint man dann die Elfen zu hören, die sich aus diesen Wäldern geschlichen haben. Luftige Gestalten, die jetzt auf einer Lichtung tanzen und Liebeslieder singen, bevor sie wieder davonhuschen, zurück in ihr Reich …

Lange Zeit nahm man an, Wolfgang Amadeus Mozart habe seine Sinfonie Nr. 38 in D-Dur direkt für eine geplante Reise nach Prag komponiert und deshalb auch Anklänge an seine Oper Le nozze di Figaro eingewoben, die er kurz zuvor fertig gestellt hatte und die in Prag auf grosse Begeisterung gestossen war. Mittlerweile sind diese direkten Zusammenhänge zwar angezweifelt worden – doch die Legende hält sich tapfer, und damit auch der Beiname der Sinfonie: «Prager Sinfonie». Überliefert ist aber mit Sicherheit, dass das Prager Publikum grossen und anhaltenden Gefallen fand an dieser Sinfonie, die einen dramatisch spannungsreichen Bogen spannt von der harmonisch kühnen Adagio-Einleitung bis hin zum vitalen Presto-Finale. Und Mozart jubelte, beglückt über seine Erfolge in der Stadt an der Moldau: «Meine Prager verstehen mich!»

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MIRJANA REINHARD

RREINHARDMirjana Reinhard wurde 1985 in Bern geboren und stammt aus der bekannten Künstlerfamilie ­Demenga. Mit Musik und im Kreise von Musikern aufgewachsen, erstaunt es nicht, dass sie bereits in ihrer frühen Kindheit mit dem Cellospiel anfing. Ihre Studien begann sie bei Conradin Brotbek am Konservatorium Biel und setzte sie, 13-jährig, als Jungstudentin an der Musikakademie Basel bei Thomas Demenga fort. Von 2003 bis 2005 studierte sie dort bei Reinhard Latzko, bevor sie im Herbst 2005 in die Klasse von Rafael Rosenfeld eintrat und 2007 mit dem Lehrdiplom abschloss. Seit Herbst 2007 studiert sie nun an der Hochschule der Künste Zürich in der Konzertklasse von Thomas Grossenbacher.
1999 gewann Mirjana Reinhard den 1. Preis mit Auszeichnung am Regionalwettbewerb des Schweizerischen Jugendmusikwettbewerbs (SJMW) in Bern. 2002 erhielt sie den 1. Preis des SJMW in Basel und den 1. Preis in La-Chaux-de-Fonds, 2007 den Studienpreis des Migros-Kulturprozents. Ausserdem besuchte sie Meisterkurse bei A. Meneses, F. Helmerson und B. Greenhouse. Zahlreiche Kammermusikauftritte, Engagements am Musikfestival Davos (2001) und solistische Auftritte mit dem Collegium Musicum St. Gallen, mit dem Budapester Sinfonieorchester sowie mit dem Orchestre de Chambre Romand de Berne begründen ihre musikalische Karriere.

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