Dienstag,
19. Mai 2009 |
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19.30 Uhr Konservatorium Bern, Grosser Saal
19.00 Uhr Konzerteinführung |
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Benjamin Schmid
Violine |
Ariane Haering
Klavier |
Johannes Schlaefli
Leitung |
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Felix Mendelssohn Bartholdy
(1809–1847) |
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Doppelkonzert für Violine und Klavier d-Moll
Allegro
Adagio
Allegro molto |
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*** |
Arnold Schönberg
(1874–1951) |
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Verklärte Nacht op. 4 |
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Dieses Konzert wird unterstützt durch die  Burgergemeinde Bern |
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Ein Mai-Abend mit dem Doppelkonzert für Violine und Klavier des jungen Mendelssohn, dessen 200. Geburtstag 2009 gefeiert wird. Und mit Schönbergs Verklärter Nacht, einem ausdrucksstarken Meilenstein der spätromantischen Musikliteratur.
Felix Mendelssohn Bartholdy war knapp 14-jährig, als er sein Doppelkonzert für Violine und Klavier komponierte. Ein musikalisch hochbegabter Jugendlicher, der selbst nicht nur die beiden Soloinstrumente beherrschte, sondern auch bereits eine eigene Kompositionssprache gefunden hatte. Schon im ersten Satz schöpft Mendelssohn aus dem Vollen und präsentiert einen Überfluss an brillanten Ideen. Im Adagio kommt dann eine kleine, zarte, klar gegliederte Melodie zum Vorschein, die vom Solistenpaar kammermusikalisch ausmusiziert wird. Und im Schlusssatz ist Platz für rasante Läufe, aber auch für einen sanften, mit «dolce» überschriebenen Abschnitt.
Mendelssohns Lehrer Carl Friedrich Zelter fand in einem Brief an seinen Freund Goethe eine treffende, poetische Beschreibung für diese Musik: «Alles gewinnt Gediegenheit, kaum fehlt noch Stärke und Macht; alles kommt von Innen und das Äusserliche seiner Zeit berührt ihn nur äusserlich».
«Da ich ursprünglich Ingenieur werden sollte, kam ich erst ziemlich spät dazu, meiner Neigung nachzugehen, und die Musik als Beruf zu ergreifen», schrieb Arnold Schönberg einmal über seinen Werdegang: «Bis zu meinem 21. Lebensjahre hatte ich gar keinen theoretischen Unterricht erhalten.» Vier Jahre später komponierte er sein op. 4, die Verklärte Nacht. Er hatte ein gleichnamiges Gedicht von Richard Dehmel gelesen, das ein Gespräch eines Paares in einer klaren Mondnacht schildert: Die Frau gesteht schuldbewusst, dass sie das Kind eines anderen erwartet; der Mann aber bekennt sich in bedingungsloser Liebe zu ihr und nimmt das fremde Kind als sein eigenes an.
Schönbergs einsätzige Komposition zeichnet die Natur, die menschlichen Gefühle und seelischen Konflikte, die in Dehmels Gedicht zum Ausdruck kommen, in expressivem Überschwang nach. Mit wunderbaren spätromantischen Klängen, die den nächtlichen Stimmungsbildern des Gedichts entsprechen und die diese Nacht der erschütternden Tragödie in eine tröstende, verklärte Nacht verwandeln.

«Verklärte Nacht»
Richard Dehmel
Zwei Menschen gehn durch kahlen, kalten Hain;
der Mond läuft mit, sie schaun hinein.
Der Mond läuft über hohe Eichen;
kein Wölkchen trübt das Himmelslicht,
in das die schwarzen Zacken reichen.
Die Stimme eines Weibes spricht:
Ich trag ein Kind, und nit von Dir,
ich geh in Sünde neben Dir.
Ich hab mich schwer an mir vergangen.
Ich glaubte nicht mehr an ein Glück
und hatte doch ein schwer Verlangen
nach Lebensinhalt, nach Mutterglück
und Pflicht; da hab ich mich erfrecht,
da liess ich schaudernd mein Geschlecht
von einem fremden Mann umfangen,
und hab mich noch dafür gesegnet.
Nun hat das Leben sich gerächt:
nun bin ich Dir, o Dir, begegnet.
Sie geht mit ungelenkem Schritt.
Sie schaut empor; der Mond läuft mit.
Ihr dunkler Blick ertrinkt in Licht.
Die Stimme eines Mannes spricht:
Das Kind, das Du empfangen hast,
sei Deiner Seele keine Last,
o sieh, wie klar das Weltall schimmert!
Es ist ein Glanz um alles her;
Du treibst mit mir auf kaltem Meer,
doch eine eigne Wärme flimmert
von Dir in mich, von mir in Dich.
Die wird das fremde Kind verklären,
Du wirst es mir, von mir gebären;
Du hast den Glanz in mich gebracht,
Du hast mich selbst zum Kind gemacht.
Er fasst sie um die starken Hüften.
Ihr Atem küsst sich in den Lüften.
Zwei Menschen gehn durch hohe, helle Nacht.

BENJAMIN SCHMID
Benjamin Schmid, aus Wien stammend, gewann u.a. 1992 den Carl-Flesch Wettbewerb in London, wo er auch den Mozart-, Beethoven- und Publikumspreis errang. Seither gastiert er auf den wichtigsten Bühnen der Welt mit namhaften Orchestern wie etwa dem Philharmonia Orchestra London, den Petersburger Philharmonikern, dem Concertgebouworchester Amsterdam oder den Wiener Philharmonikern unter Dirigenten wie Roger Norrington, Yuri Temirkanov oder Seiji Ozawa.
Seine solistische Qualität, die ausserordentliche Bandbreite seines Repertoires und seine professionelle Leidenschaft für Jazz haben Benjamin Schmid zu einem der gefragtesten Geiger seiner Generation gemacht. Im Sommer 2006 wurde er mit dem «Internationalen Preis für Kunst und Kultur der Stadt Salzburg» ausgezeichnet. Er spielt auf einer Stradivari-Violine ex 1731, unterrichtet als Professor am Mozarteum in Salzburg und an der Hochschule der Künste Bern und gibt weltweit rund 100 Konzerte im Jahr.

ARIANE HAERING
Ariane Haering entdeckte sehr früh ihre Leidenschaft für die Musik und das Klavier. Nach dem Unterricht bei Cécile Pantillon in der Musikschule ihrer Heimatstadt Le Locle setzte sie ihre Studien am Conservatoire von La Chaux-de-Fonds, in den USA und schliesslich in Lausanne fort, wo sie 1996 ihren «Premier Prix de Virtuosité avec les Félicitations du Jury» erhielt. Sie ist Gewinnerin von zahlreichen Wettbewerben (u.a. Concours Suisse de Musique pour la Jeunesse, Eurovision, Concours Rotary, Concerto Competition of the University of North Carolina). Parallel zu ihren Auftritten als Solistin mit Orchester und in Solo-Recitals intensivierte sie ihre Kammermusik-Aktivitäten und weitete so ihr Repertoire über fünf Jahrhunderte Musikschaffens aus.
Ariane Haering ist an vielen Festivals in Europa, Asien und Afrika zu Gast. Ihre Auftritte u.a. bei den Salzburger Festspielen festigten ihren Ruf als internationale Künstlerin. Verheiratet mit Benjamin Schmid und als Mutter zweier Kinder lebt Ariane Haering in Salzburg und Bern.

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