ARIANNA

Dienstag,
30. Oktober 2007

19.30 Uhr Konservatorium Bern, Grosser Saal
19.00 Uhr Konzerteinführung

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Leila Pfister
Mezzosopran
Johannes Schlaefli
Leitung

Béla Bartók
(1881–1945)

Divertimento für Streichorchester, Sz. 113
Allegro non troppo
Molto adagio
Allegro assai

Joseph Haydn
(1732–1809)

Arianna a Naxos, Hob. XXVIb:2
Teseo mio ben
Dove sei, mio bel tesoro
Ma, a chi parlo?
Ah che morir vorrei

  ***

Ludwig van Beethoven
(1770–1827)

Sinfonie Nr. 1 C-Dur op. 21
Adagio molto - Allegro con brio
Andante cantabile con moto
Menuetto
Adagio - Allegro molto e vivace

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Arianna – die Figur der verlassenen Frau, eine emotional hochgespannte Situation, ein bei Komponisten beliebter Stoff. Die auf der Insel von Meereswogen Umspülte steht im Zentrum des ersten Konzertes der BKO-Saison 2007/08.

Als Paul Sacher sich 1939 von Béla Bartók ein Stück für das Basler Kammerorchester wünschte, stellte er ihm für die Arbeit auch gleich ein Chalet zur Verfügung. In der Abgeschiedenheit des Berner Oberlandes legte Bartók innerhalb von nur vierzehn Tagen ein dreisätziges Divertimento für Streichorchester aufs Notenpapier. Das Werk lebt von Wechseln aus Tutti und Soli, von der feinen Stilisierung ungarischer und rumänischer Tanzweisen, aber (entgegen der unterhaltsamen, heiteren Divertimento-Tradition) auch von erschütternd düsteren, tragischen Tönen. Es ist, als ob Bartók beim Komponieren die Ruhe vor dem Sturm gespürt hätte. Zwei Wochen später brach der zweite Weltkrieg aus.

Joseph Haydn hat sich um das Jahr 1790 dem Ariadne-Mythos gewidmet und eine Solokantate komponiert, die die alte Geschichte neu erzählt. Er fokussiert auf die erwachende Arianna, die sich, von Theseus verlassen, alleine auf der Insel Naxos wiederfindet und Seelenqualen durchlebt: zunächst eine leise Unruhe über das Ausbleiben des Geliebten, dann Sehnsucht und Angst, die schliesslich in Empörung gipfelt und im Entschluss, zu sterben. Haydn vertonte diese emotionalen Extreme in zwei Rezitativen und nachfolgenden Arien, mit dem ganzen Formen- und Affektreichtum der italienischen Oper seiner Zeit. Ein eigentliches Meisterwerk musikalischer Psychologisierung.
Ursprünglich für Singstimme und Klavier geschrieben, versprach Haydn einem Verleger noch eine Orchesterfassung der Kantate. Es blieb dann allerdings beim Versprechen, und die nahe liegende Übertragung des Klavierparts auf ein Orchester erfolgte erst nach seinem Tod.

Der Beginn von Ludwig van Beethovens erster Sinfonie war für das Publikum der Uraufführung unerhört. Völlig überraschend fängt das Werk nämlich mit einem Septakkord, also einer Dissonanz an, und beim Zuhören wird man zunächst im Unklaren über die Grundtonart gelassen. Kühn dann auch, wie der 30-jährige Beethoven das Menuett frisierte. Die Rezensionen gestanden ihm jedenfalls „sehr viel Kunst, Neuheit und Reichtum an Ideen“ zu.

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LEILA PFISTER

Die Mezzosopranistin Leila Pfister studierte an der Musikhochschule Zürich bei Prof. Kathrin Graf und an der Hochschule der Künste Bern bei Prof. Elisabeth Glauser, wo sie 2006 mit Auszeichnung abschloss und den Tschumi-Preis für das beste Solistendiplom des Jahres gewann. Im gleichen Jahr war sie Halbfinalistin am Internationalen ARD-Wettbewerb in München. Neben ihrer sängerischen Ausbildung absolvierte Leila Pfister ein Schauspiel-Grundstudium an der Theaterhochschule Zürich und diverse ergänzende Ausbildungen in Tanz und Körperarbeit. Ihre Konzerttätigkeit umfasst Liederabende und Konzerte im In- und Ausland – darunter z. B. Tonhalle Zürich, Freunde des Liedes Zürich, Menuhin Festival Gstaad oder Liederhalle Stuttgart – aber auch solistische Tätigkeit in Oper-, Musiktheater- und Tanztheater-Produktionen. Einen wichtigen Schwerpunkt ihrer Arbeit bildet die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Musik. So sang sie (Ur-)Aufführungen mit verschiedensten Ensembles, an internationalen Festivals, bei Rundfunk-, TV- sowie CD-Aufnahmen. Leila Pfister ist ausserdem eine gefragte Gesangspädagogin.

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