ALPENGLÜHN

Dienstag,
18. März 2008

19.30 Uhr Konservatorium Bern, Grosser Saal
19.00 Uhr Konzerteinführung

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Matthias Kuhn
Leitung
Eva-Maria Zimmermann
Klavier

Carl Philipp Emanuel Bach
(1714–1788)

Hamburger-Sinfonie Nr. 3 C-Dur, Wq 182
Allegro assai
Adagio
Allegretto

Caroline Boissier-Butini
(1786–1836)

Konzert Nr. 6 für Klavier, obligate Flöte und Streichorchester („Suisse“)
Allegro
Andantino
Rondo

***
Caroline Charrière
(*1960)
L'urgence aus der Suite Le temps

Felix Mendelssohn-Bartholdy
(1809–1847)

Streichersinfonie Nr. 9 c-Moll („Schweizer“)
Grave - Allegro
Andante
Scherzo - Trio più lento „La Suisse”
Allegro vivace

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Alpenglühn – der Widerscheins des Abendrotes in den Bergen, wenn Felshänge und Schneeflächen das Sonnenlicht rot reflektieren, während der Vordergrund bereits im Dunkeln liegt. Das BKO blickt mit musikalischem Augenzwinkern auf dieses besondere Phänomen.

Die Werke von Carl Philipp Emanuel Bach sind für ihre Epoche von überragender Originalität und Brillanz. Die Hamburger Sinfonien Wq 182 schrieb er 1773 im Auftrag von Baron Gottfried van Swieten, und einem seiner musikgelehrten Zeitgenossen schien es „unwahrscheinlich, dass dem Geist eines genialen Komponisten jemals geistvollere, kühnere und humorvollere Musik entspringen wird.“

Über Caroline Boissier-Butini war bis vor kurzem kaum etwas bekannt. Die Genferin muss sowohl als Pianistin wie auch als Komponistin eine ausgezeichnete Ausbildung genossen haben. Besonders auffällig ist die Vielzahl an reinen Instrumentalwerken in ihrem Oeuvre. Das Manuskript ihres 6. Klavierkonzertes ist erst im Jahr 2004 in der Universitätsbibliothek Genf wiederentdeckt worden. Es trägt den Titelzusatz „Suisse“ und ist durchzogen mit Volksweisen, die Schweizer Lokalkolorit vermitteln. Kontraste zwischen bewusst einfachen, volkstümlichen Teilen und virtuosen Partien der Solostimme prägen das Werk dieser bisher im Verborgenen gebliebenen Schweizer Komponistin des frühen 19. Jahrhunderts.

Ebenfalls aus der Westschweiz, aus Freiburg, stammt Caroline Charrière. Sie studierte Querflöte bei Pierre Wavre und Aurèle Nicolet, bildete sich bei Jean Balissat in Orchestrierung und Komposition weiter und schloss eine Ausbildung zur Orchesterdirigentin bei Hervé Klopfenstein ab. Seit dem Jahr 2000 ist Caroline Charrière hauptberuflich als Komponistin tätig und erhält regelmässig namhafte Kompositionsaufträge. Ihre Suite Le temps ist in den Jahren 2005 bis 2007 im Auftrag des Helvetica Kammerorchesters und der Kammersolisten Zürich entstanden.

Seine 9. Streichersinfonie komponierte Felix Mendelssohn-Bartholdy als Vierzehnjähriger nach der Rückkehr von einer sommerlichen Familienreise in die Schweiz. Als tönendes Souvenir arbeitet er im dritten Satz eine volksliedartige Melodie ein und betitelte den Abschnitt mit „La Suisse“, was dem Werk dann den Beinamen „Schweizer Sinfonie“ einbrachte. Die Komposition bewegt sich schillernd und klangdifferenziert zwischen c-Moll und C-Dur.


LINIE
MATTHIAS KUHN

Matthias Kuhn übt seine breite musikalische Tätigkeit als Dirigent und Cellist mit renommierten Ensembles im In- und Ausland aus und beschäftigt sich mit historischer Aufführungspraxis ebenso wie mit zeitgenössischer Musik. 2004 gab er sein viel beachtetes Opern-Debüt am Stadttheater Bern mit der Uraufführung von Christian Henkings „Leonce und Lena“. Auftritte am Menuhin Festival Gstaad, beim Theaterspektakel Zürich und am Festival MESS Sarajevo sowie Gastdirigate bei den Kammerorchestern Basel und Bern, dem Collegium Novum Zürich, den Sinfonieorchestern in Basel, Bern, Biel und St. Gallen, dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn und La Strimpellata Bern zeugen von seiner regen Tätigkeit. Beim Akademischen Orchester Freiburg i. Br. und beim Medizinerorchester Bern ist Matthias Kuhn Chefdirigent, an der Hochschule der Künste Bern HKB hat er eine Gastdozentur. Daneben widmet er sich als Cellist vor allem der Kammermusik.

LINIE
EVA-MARIA ZIMMERMANN

Mit ihrem Klavierspiel von „Virtuosität und Leichtigkeit, Ausdrucksvielfalt und Charme” (Der Bund) hat sich Eva-Maria Zimmermann international einen Namen gemacht. Sie schloss ihre Ausbildung am Konservatorium Bern mit Auszeichnung und die Solistenklasse am Conservatoire de Genève mit dem „Premier Prix de Virtuosité” ab. Ihre Lehrer waren unter anderen Dominique Merlet, Tomasz Herbut, Leon Fleisher, György Sebök und Leonard Hokanson. Sie ist Gewinnerin zahlreicher Wettbewerbe und Stipendien und trat an internationalen Festivals und mit namhaften Orchestern auf. Als vielseitig interessierte Künstlerin widmet sie sich auch der Kammermusik und der Liedbegeleitung. Geboren in eine Berner Musikerfamilie verbrachte Eva-Maria Zimmermann einen Teil ihrer Kindheit in Indonesien, wo die frühe Auseinandersetzung mit anderen Kulturen und Sprachen sie stark prägten und empfänglich gemacht haben für jeglichen kulturellen Austausch.

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