HOMMAGE

Dienstag,
19. September 2006
19.30 Uhr, Konservatorium Bern, Grosser Saal
19.00 Uhr Konzerteinführung
Johannes Schlaefli Leitung
Adrian Oetiker Klavier
Benjamin Engeli Klavier
Adrian Oetiker Benjamin Engeli Johannes Schlaefli
Wolfgang Amadeus Mozart
(1756–1791)
Konzert für zwei Klaviere Es-Dur, KV 365
Allegro
Andante
Rondeaux
Sándor Veress
(1907–1992)
Hommage à Paul Klee.
Fantasien
für zwei Klaviere und Streicher
(1951)
Zeichen in Gelb
Feuerwind
Alter Klang
Unten und oben
Steinsammlung
Grün in grün
Kleiner Blauteufel
  ***
Wolfgang Amadeus Mozart Sinfonie Nr. 41 C-Dur, «Jupiter», KV 551
Allegro vivace
Andante cantabile
Menuetto. Allegretto–Trio
Finale. Molto Allegro


Aus dem umfangreichen Werk von Wolfgang Amadeus Mozart und dem vielfältigen Œuvre von Sándor Veress bringt das Berner Kammerorchester in dieser Saison mehrere Kompositionen zur Aufführung, die in je unterschiedlichen Zusammenhängen erklingen und auf kaleidoskopische Art ihre Wirkung entfalten. Das erste Abonnementskonzert stellt die Klang- und Farbwelten der beiden Komponisten ins Zentrum und ihre Musik für zwei Klaviere und Orchester in einen unmittelbaren Dialog miteinander.

Sein Konzert für zwei Klaviere komponierte Wolfgang Amadeus Mozart vermutlich 1779 in Salzburg für sich und seine Schwester Nannerl, später führte er es nachweislich in Wien mit seiner Schülerin Josepha Auernhammer auf. Als ebenbürtige Partner treten die beiden Soloinstrumente nach der prachtvollen Orchestereinleitung bald einmal in ein verspielt wetteiferndes Hin und Her, fallen einander ins Wort, variieren mit immer neuen Einfällen Vorangegangenes und bremsen ihre lebhafte Ungeduld nur im idyllischen Andante, wo sich ihre Melodien mit den Bläserstimmen verweben.

Die Hommage à Paul Klee war das erste grosse Werk, das Sándor Veress nach seiner Emigration aus Ungarn in der Schweiz abschloss. Ausgelöst wurde es durch seine Begegnung mit Paul Klees Aquarell „Steinsammlung“ und den darauf folgenden Besuch einer Ausstellung in Basel: ein entscheidendes Kunsterlebnis. Die Farbgebung und strukturelle Komposition von Klees Bildern setzte Veress in einem Zyklus von sieben Sätzen in Klang, Rhythmus und musikalische Form um. Gewidmet ist das Stück Hermann Müller, der im Januar 1952 auch die Uraufführung mit dem Berner Kammerorchester und dem Komponisten sowie dessen Frau Enid Blake als Solisten leitete. Veress selbst schrieb der Hommage à Paul Klee rückblickend eine Schlüsselrolle in seiner Entwicklung als Komponist zu: Hier habe er zum ersten Mal etwas mit einer selbst erreichten inneren Freiheit machen können.

Paul Klee schätzte und liebte sie, insbesondere wegen der Struktur ihrer Finalfuge: die Jupiter-Sinfonie. Sie gilt als eigentlicher Gipfel von Mozarts sinfonischem Schaffen und ist sein letztes Werk dieser Gattung. Die Verbindung von Struktur und Spiel, von Monumentalität und Anmut ist hier auf einzigartige Weise realisiert.


Adrian Oetiker wurde 1968 in St. Gallen geboren und studierte in der Meisterklasse von Homero Francesch am Konservatorium Zürich sowie bei Bella Davidovich an der Juilliard School in New York. Schon früh erhielt er verschiedene nationale Preise und Stipendien, denen mehrere Auszeichnungen an internationalen Wettbewerben folgten. 1994 wurde ihm für die Gründung des Kammermusikfestivals St. Gallen der Kulturförderungspreis seiner Heimatstadt verliehen. 1995 gewann er den internationalen Klavierwettbewerb der ARD in München.

Mit viel Erfolg hat Adrian Oetiker als Solist wie auch als Kammermusiker Europa, Australien und Amerika bereist. In seiner bisherigen Konzerttätigkeit trat er mit unzähligen Orchestern und mit Partnern wie Homero Francesch, Eduard Brunner, Akiko Suwanai oder dem Amati Quartett auf. Adrian Oetiker leitet eine Berufs- und Konzertklasse für Klavier an der Musikhochschule Basel.

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Der 1978 geborene Benjamin Engeli stammt aus einer Musikerfamilie, erhielt den ersten regulären Klavierunterricht aber erst als Fünfzehnjähriger bei Adrian Oetiker, bei dem er bis zu seiner Lehrdiplomprüfung an der Musikakademie Basel studierte. Ab Oktober 2000 wurde er in der Meisterklasse der Musikhochschule Zürich von Homero Francesch betreut, wo er 2003 mit dem Solistendiplom abschloss.
Benjamin Engeli zählt zu den herausragenden Schweizer Pianisten der jungen Generation. Als Preisträger zahlreicher nationaler und internationaler Musikwettbewerbe trat er in zwölf Ländern Europas, in Indien wie auch in Nord- und Südamerika auf. Er wurde von grossen Musikfestivals eingeladen und verfolgt eine intensive Solistenkarriere. Daneben widmet er sich mit Begeisterung der Kammermusik, in jüngerer Zeit vor allem als Pianist des äusserst erfolgreichen Tecchler Trios, mit dem er schon zahlreiche Auszeichnungen erhielt.

 

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