CONCERTO!

Sonntag,
4. März 2007

17.00 Uhr, Kultur-Casino Bern, Grosser Saal
16.30 Uhr Konzerteinführung


Johannes Schlaefli Leitung
Patricia Kopatchinskaja Violine
 
Patricia Kopatchinskaja Johannes Schlaefli  
Franz Schubert
(1797–1828)
Sinfonie Nr. 5 in B, D 485
Allegro
Andante con moto
Menuetto. Allegro molto
Allegro vivace
Jürg Wyttenbach
(*1935)
«Marcia FUN...»Violinkonzert
Uraufführung
  ***
Sándor Veress
(1907–1992)
Expovare für kleines Orchester (1964)
EXPOsition
VAriation
REcapitulation
   
Wolfgang Amadeus
Mozart

(1756–1791)
Konzert für Violine Nr. 4 D-Dur, KV 218
Allegro
Andante cantabile
Rondeau

Das Konzert findet im Rahmen des Musikfestival Bern – veress 07 statt.
Nähere Informationen dazu auf www.musikfestivalbern.ch.

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Mit seiner fünften Sinfonie hat Franz Schubert einen eigenen neuen Typus geschaffen: den der heiteren, kleinen Sinfonie, die ohne breiten Pinselstrich auskommt, sondern das Einfache zum kompositorischen Prinzip erhebt. Ein Konzept, das sich im 19. Jahrhundert wohl aufgrund der übermächtigen Wirkung von Beethovens Sinfonien nicht durchgesetzt hat. In weniger als vier Wochen entstanden, ist Schuberts Fünfte auffallend kurz und knapp. Sie kommt ohne langsame Einleitung aus und schwingt sich graziös direkt ins heitere Leggiero des ersten und weiter in die zarte, sangliche Innigkeit des zweiten Satzes. Ein schlichtes, mit Feinheit gestaltetes Werk, das ganz dem Liederkomponisten Schubert zuzugehören scheint.

Jürg Wyttenbach war am Berner Konservatorium Schüler von Sándor Veress, trat dann zunächst als Pianist und Dirigent hervor und setzte sich insbesondere für Ur- oder Erstaufführungen von zeitgenössischer Musik ein. Als Komponist ist er speziell an der Neudefinition der Rolle des Interpreten, an erweiterten Spieltechniken und an multimedialen Aufführungsformen interessiert; er gilt als Vertreter des instrumentalen Theaters. Wyttenbach hat über 50 Werke geschrieben; sein Violinkonzert «Marcia FUN...» komponierte er im Auftrag des Berner Kammerorchesters.

Das kurze Stück Expovare schrieb Sándor Veress für die vorletzte Schweizerische Landesausstellung, die Expo 64 in Lausanne. Es wurde dort am 22. Juni 1964 unter der Leitung von M. Berchtold uraufgeführt. Seither war es kaum je wieder in einem Konzertsaal zu hören.

Das Jahr 1775 war für Wolfgang Amadeus Mozart ein Violinkonzerte-Jahr: Vier seiner insgesamt fünf Werke dieser Gattung entstanden innerhalb weniger Monate, während Mozart Konzertmeister am Hof des Salzburger Erzbischofs war, darunter auch das Violinkonzert Nr. 4 in D-Dur, KV 218. Eine Fülle von Themen und Motiven sprudelt in diesem Werk hervor: Konzertantes und Virtuoses, anmutig Tänzerisches und Volksliedhaftes, reizvoll kombiniert mit wechselnden Tempi und Metren. Ein phantasievoller Reigen, der überraschend in einem verhauchenden Pianissimo verklingt.


Patricia Kopatchinskaja stammt aus Moldova, dem weinbauenden Land zwischen Rumänien und der Ukraine. In Wien und Bern studierte sie Komposition und Violine. Sie gewann mehrere grosse Wettbewerbe, so auch den hochdotierten „International Credit Suisse Group Young Artist Award“ im Jahr 2002. Als Solistin ist sie bisher weltweit mit zahlreichen Orchestern aufgetreten, hat in bedeutenden Konzertsälen gespielt und viele Einladungen an Festivals angenommen. Seit 2003 organisiert sie mit Freunden das hochkarätige internationale Kammermusikfestival „Rüttihubeliade“ jeweils nach Weihnachten im Emmental bei Bern.
Patricia Kopatchinskaja hat keine Angst vor zeitgenössischer Musik: Im Jahr 2004 etwa spielte sie sieben Uraufführungen, darunter zwei neu für sie geschriebene Violinkonzerte. Viele Komponistinnen und Komponisten haben ihr Werke gewidmet. Gelegentlich komponiert sie auch selber, und sie improvisiert gerne solo oder mit anderen.
Das Berner Kammerorchester darf bereits zum zweiten Mal ein Konzert mit der herausragenden Geigerin bestreiten.

 

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