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CARMEN
Dienstag,
22. Mai 2007 |
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19.30 Uhr, Kultur-Casino Bern, Grosser Saal
19.00 Uhr, Konzerteinführung |
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| Johannes Schlaefli |
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Leitung |
| Dimitri Ashkenazy |
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Klarinette |
| Norbert Steinwarz |
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Tanz und Choreographie |
| Inés Hernandéz |
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Tänzerin |
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| Dimitri Ashkenazy |
Norbert Steinwarz |
Johannes Schlaefli |
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Sophie-Carmen Eckhardt-Gramatté
(1899–1974) |
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Molto sostenuto für Kammerorchester (1938/52) |
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Wolfgang Amadeus Mozart
(1756–1791) |
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Konzert für Klarinette A-Dur, KV 622
Allegro
Adagio
Rondo |
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*** |
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Rodion Shchedrin
(*1932) |
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Carmen-Suite. Ballett nach Georges Bizet (1968)
Introduction
Dance
First Intermezzo
Changing of the Guard
Carmen’s Entrance and Habanera
Scene
Second Intermezzo
Bolero
Torero
Torero and Carmen
Adagio
Fortune-Telling
Finale |
In Zusammenarbeit mit der Schlagzeugklasse der Hochschule der Künste Bern (Lehrkräfte: Harald Glamsch und Hans Jörg Wahlich).
Dieses Konzert steht unter dem Patronat des Berner Stadtpräsidenten
Alexander Tschäppät. Das Grusswort des Berner Stadtpräsidenten.

Die in Moskau geborene Sophie-Carmen Eckhardt-Gramatté verbrachte wichtige Stationen ihres Lebens – zunächst als Geigenvirtuosin und Pianistin, später als Komponistin – in Paris, Berlin, Barcelona und Wien, bevor sie nach Winnipeg zog, wo sie in ihren letzten Lebensjahren zu den zentralen Künstlerpersönlichkeiten des kanadischen Musiklebens gehörte. Ihr Œuvre bündelt verschiedene Kompositionsstile, ist jedoch immer von einer kraftvollen Intensität gekennzeichnet. Den langsamen Satz ihres 1. Streichquartettes aus dem Jahr 1938 hat Eckhardt-Gramatté nachträglich für Kammerorchester bearbeitet und unter dem Titel Molto sostenuto herausgegeben.
Für Klarinette schrieb Wolfgang Amadeus Mozart kurz vor seinem Tod ein Konzert, das sein einziges für dieses Instrument blieb. Er komponierte es für den Musikerfreund Anton Stadler, einen virtuosen Spieler, Komponisten und Instrumentenbauer. Mozarts Konzert scheint die Klarinette, das jüngste der Holzblasinstrumente, eigentlich neu zu definieren. Ursprünglich für Stadlers um eine grosse Terz nach unten erweiterte Bassettklarinette geschrieben, lässt Mozart das Instrument in kantablen Melodien, organischen Phrasierungen und sonorer Tonart farbig aufblühen und in Kombination mit einer weichtönigen Orchesterbesetzung seine kontrastierenden Register voll ausloten.
Die Carmen-Suite ist Rodion Shchedrins wohl bekanntestes und international erfolgreichstes Werk. Der Russe schrieb es für seine Frau Maya Plisetskaya, die legendäre Primaballerina des Moskauer Bolschoi-Theaters. Aus dem Material von Bizets Oper Carmen arrangierte er eine Suite für Streichorchester, Pauken und vier Schlagzeug-Gruppen und wählte mit dieser Instrumentierung eine Klangfärbung, die sich raffiniert vom Original abhebt. Doch seine schöpferische Auseinandersetzung mit Bizets Werk stiess bei den obersten sowjetischen Kulturrichtern auf Ablehnung, und bereits die zweite Aufführung wurde verboten. Es brauchte die Intervention von Dimitri Schostakowitsch, damit das Ballett allmählich wieder ins Repertoire aufgenommen wurde. Der Kampf für das Recht eines selbstbestimmten Schaffens hat den vielseitigen Komponisten Shchedrin geprägt.

Dimitri Ashkenazy wurde 1969 geboren. Von seinem Heimatland Island zog er 1978 mit seinen Eltern in die Schweiz, wo er seither lebt. Ersten Musikunterricht erhielt er mit sechs Jahren am Klavier, vier Jahre später wechselte er dann auf die Klarinette und nahm Unterricht bei Giambattista Sisini, bei dem er am Konservatorium Luzern bis zum Lehrdiplomabschluss mit Auszeichnung (1993) studierte. Er gewann verschiedene Preise an Schweizerischen Jugend-Musikwettbewerben und war 1989 Mitglied des Siegerensembles am „Jecklin Musiktreff” in Zürich.
Seit 1991 entfaltet Dimitri Ashkenazy eine rege Konzerttätigkeit mit Auftritten in der ganzen Welt, in Zusammenarbeit mit bekannten Künstlern und Formationen, darunter auch mit seinem Vater Vladimir Ashkenazy. Er war u.a. Mitglied des Gustav Mahler Jugendorchesters, hat mehrere Werke uraufgeführt und diverse Aufnahmen gemacht. Ausserdem gab er schon in mehreren Ländern Meisterkurse.

Der in Deutschland geborene Norbert Steinwarz studierte an der Folkwang Hochschule Essen Bühnentanz und Choreographie und ergänzte seine Ausbildung mit einem Aufbaustudium für Tanzpädagogik.
Schon während des Studiums wurde der Tänzer Mitglied des Ulmer Balletts unter der Leitung von Joachim Schlömer. Nach einer Zwischenstation in Weimar siedelte er nach Basel über, wo er 1996–2001 in sämtlichen Tanztheater-Produktionen mitwirkte. Danach war er unter der Leitung von Sasha Waltz kurz Ensemblemitglied an der Schaubühne Berlin, wo er seither regelmässig als Gast auftritt. Norbert Steinwarz hat auch zahlreiche eigene choreographische Arbeiten im Musik-, Tanz- und Sprechtheater realisiert. Daneben verfolgt er seit Jahren eine rege Unterrichtstätigkeit. Seit 2003 ist er u.a. Gastdozent für zeitgenössischen Tanz in Essen.
Mit dem Berner Kammerorchester und Johannes Schlaefli ist Norbert Steinwarz bereits einmal mit grossem Erfolg aufgetreten (Saison 2004/05).

Monica Munoz Marin, Barcelona (Spanien).

Dieses Konzert steht unter dem Patronat des Berner Stadtpräsidenten
Alexander Tschäppät.
Das Grusswort des Berner Stadtpräsidenten:
Ausser man tut es
Die Tür ist offen
Jugend und Musik – ein immer wichtiges Thema. Zwar wurde nie soviel Musik gehört wie heute. Und nie war Musik aller Stile und Richtungen so frei verfügbar, überall und immer. Und doch: Sich auf Musik einlassen, Musik wirklich anzuhören, der Musik Raum geben ist allein damit nicht gewährleistet.
Raum? Wer in der Museumsnacht das Münster besucht hat, konnte erleben, dass Musik räumlich ist, einen Raum füllt, ihn bestimmt, ihn ihm „ist“. Kein Kopfhörer ersetzt diesen räumlichen Charakter der Musik und das daraus folgende Erlebnis.
Jugend und Musik. Viele reden darüber – das Berner Kammerorchester tut etwas. Ein zweites Mal nach 2006 bietet das Orchester ein Sonderkonzert für Junge und macht für diese erst noch den Eintritt günstiger.
Nun ist Geld nicht das einzige Hindernis. Es geht auch um das Verstehen der Musik. Was könnte verständlicher sein als „Carmen“, die ewige Geschichte von Liebe, Leidenschaft und Tod? Die Geschichte vom Leben, das immer lebensgefährlich ist. Das Berner Kammerorchester bietet eine besondere Bearbeitung der Suite von Bizet und zur Verdeutlichung der Musik eine besondere Aktion auf der Bühne.
Ich danke dem Orchester für sein Angebot und seinen Mut. Ich hoffe, dass viele Junge der Einladung folgen. Die Tür steht offen, über die Schwelle gehen muss jede und jeder selbst. Wer hingeht, gewinnt. Und lässt die Musikerinnen und Musiker, die Tänzerin und den Tänzer gewinnen.

Alexander Tschäppät
Stadtpräsident von Bern

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