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TANGAZO
| Dienstag, 2. Mai 2006 |
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19.30 Uhr, Kultur Casino Bern, Grosser Saal
19.00 Uhr, Konzerteinführung |
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| Carlos Moreno |
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Leitung |
Christian Madlener
(Erstpreisträger Schweiz. Jugendmusikwettbewerb) |
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Flöte |
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Sabina Seiler,
Sipho Manashe,
Julio Mendez |
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Tangotanzstücke der Cie Milpasos |
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Johann Sebastian Bach
(1685-1750) |
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Ouvertüre h-Moll, BWV 1067 |
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Heitor Villa-Lobos
(1887-1959) |
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Prélude aus «Bachianas Brasileiras» Nr. 4 |
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Astor Piazolla
(1921-1992) |
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«Muerte del angel» - «Fuga y misterio» |
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*** |
| Heitor Villa-Lobos |
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«Bachianas Brasileiras» Nr. 2
Prélude: O Canto do Capadocio
Aria: O Canto da Nossa Terra
Dansa: Lembranca do Sertao
Toccata: O trenzinho do Caipira |
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| Astor Piazolla |
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Tangazo für Orchester«Variaciones on Buenos Aires» |

Dieses Konzert stand unter dem Patronat des Berner Stadtpräsidenten
Alexander Tschäppät. Das Grusswort des Berner Stadtpräsidenten.


Carlos Moreno ist seit 2001 Chefdirigent des Symphonieorchesters der Universität von São Paulo. Verantwortlich für neue pädagogische und kulturelle Projekte, ist Moreno heute vor allem innerhalb der brasilianischen Musikszene aktiv.
Im Alter von acht Jahren erhielt Moreno ersten Musikunterricht im Instituto des Meninos Cantores de Petrópolis. Für seine Aktivitäten als Leiter verschiedener Jugendorchester gewann er 1991 ein Stipendium für ein Musikstudium in Österreich und Deutschland mit den Regensburger, den Wiener und den Sankt Florian Sängerknaben.
1995 folgte der Abschluss des Violinstudiums an der Universität von Rio bei Paulo Bosisio. Anschliessend besuchte er mehrere Workshops für Dirigieren in Europa.
1998 gewann Carlos Moreno als erster Brasilianer den ersten Preis für Orchesterleitung in Lateinamerika sowie ein Stipendium des brasilianischen Kulturministeriums. In der Folge studierte er Dirigieren an der Hochschule Zürich bei Johannes Schlaefli.
Als Chorleiter begleitete er mehrere Opernprojekte. Als Gastdirigent leitete Carlos Moreno mehrere europäische und lateinamerikanische Kammer- und Symphonieorchester


Christian Madlener wurde in Luzern geboren und trat 1996 hier bei Anna-Katharina Graf in die Berufsklasse der Musikhochschule ein. 2001 folgte das Konzertreifediplom mit Auszeichnung. Nach dem Weiterstudium bei Jacques Zoon an der Musikhochschule in Genf setzte er im Sommer 2003 seine Studien an der Staatlichen Hochschule für Musik in Karlsruhe bei Prof. Renate Greiss-Armin fort.
Bei James Galway, Peter-Lukas Graf, Felix Renggli und Kioshi Kasai besuchte er Meisterkurse.
Christian Madlener ist Mitglied des Schweizerischen Jugend-Sinfonie-Orchesters SJSO. Als Solist trat er u.a. anlässlich des Lucerne Festival mit Klaus Hubers «alveare vernat» auf.
Er ist Gewinner des schweizerischen Jugendmusikwettbewerbs.

Die Entwicklung der lateinamerikanischen Kunstmusik im 20. Jahrhundert ist durch eine ständige Auseinandersetzung mit der eigenen Folklore einerseits und der europäischen Kompositionsgeschichte andererseits geprägt worden.
Sowohl Johann Sebastian Bachs strenger Satz wie das barocke Figurenspiel faszinierten Heitor Villa-Lobos. Villa-Lobos begann mit Bearbeitungen von Bachs Musik und entwickelte diese fruchtbare Begegnung von alter Technik und brasilianischer Volksmusik weiter bis hin zum neunteiligen Zyklus der «Bachianas Brasileiras». «Bachianas Brasileiras» sind mehrteilige Werke mit unterschiedlichen Besetzungen, von der Klavier- und der Kammermusik über Orchesterbesetzungen bis zu Chorwerken. Allen gemeinsam ist die eigenwillige Verschränkung von barocker Suite und brasilianischer Folklore, die sich etwa auch in den Doppeltiteln der Sätze äussert.
Zur Tango-Avantgarde der 1960er Jahre gehörten zahlreiche Musiker, doch keiner war so einflussreich und kreativ wie der im argentinischen Mar del Plata geborene und in New York aufgewachsene Astor Piazzolla, der 1939 nach Buenos Aires kam. Als Kompositionsstudent von Alberto Ginastera und Nadia Boulanger und mit grossem Interesse für den Jazz schuf er einen eigenen, kontroversen avantgardistischen Tango-Kompositionsstil, der bei den alten traditionellen Tangueros auf Ablehnung stiess. Piazzolla verschmolz Elemente der Tango-Tradition ebenso mit experimentellen Techniken wie mit Elementen der Jazz oder der Neuen Musik. Sein 1960 gegründetes Quintett «Tango nuevo» sollte der neuen Tango-Sprache einen Namen geben.
Dr. Hanspeter Renggli-Zuber


Tänzer: Sipho Manashe, Julio Mendez, Sabina Seiler
Sabina Seiler hat ihre Tanzausbildung mit dem Tänzerinnendiplom A.R.A.D und dem Pädagogik Diplom T.C. der Royal Academy of Dancing, London abgeschlossen. Anschliessend arbeitete sie als freischaffende Tänzerin und unterrichtete Ballett für Kinder und Jugendliche in den eigenen Tanzschulen. 1995 entdeckte sie ihre Faszination für den Argentinischen Tango und lies sich bei renommierten argentinischen Tänzern ausbilden. Sie war in verschiedenen Stücken und Projekten als Tänzerin und Choreografin tätig u.a. in der Frauentangocompagnie „Las Tangueras“, in „Passage“ und „Limite“ sowie in „Destino Tango“ am Fringefestival in Edingburgh. Auch wurde sie für die Tangotanzberatung des Stückes Maria de Buenos Aires, Stadttheater Bern, engagiert. Ein grosser Erfolg war ihr Stück „Nachstaub“ zusammen mit der „inFlux Dance Company“. Fasziniert und angezogen von der Kultur, Sprache und dem argentinischen Geist, lebte sie eine Zeit in Buenos Aires und schöpft aus der Vielfalt ihrer Eindrücke und Erfahrungen, die sie mit verschiedenen Tanzpartner/innen, wie auch bekannten argentinischen Maestros auf der Bühne und im Unterricht in ganz Europa und Buenos Aires erworben hat
Shipo Manashe wurde in Durban, Südafrika, geboren. Erstmals tanzte er 1991 mit der Penduka Dance Company. Er erhielt ein Stipendium um an der University of Cape Town Ballet School (ZA) 1993-1995 zu studieren, wo er auch gleichzeitig im Cape Town Ballet mitwirkte. 1996 erhielt er ein Stipendium der Lindbury Trust um an der Brunel University Rambert School in London (UK) zu studieren. 1997 2006 arbeitete er mit verschiedenen Tanzkompanien in Südafrika mit North-West, JazzArt, State Theatre Pretoria, in der Schweiz mit Nomades, Influx, Co Ainsi.danse, Sabina Sailer und Arthur Kuggeleyn. Ebenfalls war er im Stadttheater Bern im Musical “Show Boat” als Tänzer und Sänger engagiert. Weiter erarbeitet er in Projekten für Jugendliche und Schulen eigene Choreografien und leitet Workshops. Für das Schlachthaustheater Bern choreografierte er „The Project“.
Julio Mendez wurde in Buenos Aires, Argentinien, geboren. Im Jahre 1993 hat er seine Liebe zum Tango Argentino entdeckt und hat seine Ausbildung bei grossen Lehrern wie Gustavo Naveira und Mingo Pugliese erhalten. Er unterrichtete und tanzte in Buenos Aires, wo er auch das bekannte Lokal „la Galesita“ eröffnete. 1998 wurde er von Gerrit Schuler nach Köln und Bonn für Tangoperformaces und für Workshops eingeladen. Mit Florencia Taccetti arbeitete er 1999 in einer Tournee durch die USA und Kanada in Tangoshows und Workshops. Seit 2000 lebt und unterrichtet er in Zürich, wo er auch das Lokal “El social” eröffnete. Er verfügt über eine grosse internationale Erfahrung. Ebenso ist er in Buenos Aires wie auch in Europa und Nordamerika ein bekannter Tänzer.

Dieses Konzert stand unter dem Patronat des Berner Stadtpräsidenten
Alexander Tschäppät.
Das Grusswort des Berner Stadtpräsidenten:
Tangazo - Füess i de Ohre
Einmal mehr überrascht das BERNER KAMMERORCHESTER. Dieses Mal kommt die Überraschung nicht nur aus dem Programm. Sie hat drei weitere Gründe.
Der Flötist Christian Madlener ist ein Shooting Star aus der schweizerischen Musikausbildung und Talentförderung. Er hat in jungen Jahren bereits viel erreicht, besonders als Solist am Lucerne Festival und als Gewinner des schweizerischen Jugendmusikwettbewerbs. Ich freue mich auf seine Frische und Dynamik.
Tango ist Tanz. Wunderbar deshalb, dass ein Tangokonzert mit Tanzenden durch Bewegungskunst erweitert wird. Was uns beim Zuhören “in die Beine geht“ werden Sabina Seiler, Sipho Manashe und Julio Mendez ausdrücken. Die Musik erhält so eine zusätzliche, buchstäblich bewegende Dimension.
„Für d Füess u d Füess i de Ohre“ hat die begnadete Pianistin und Musikvermittlerin Gertrud Schneider eine preisgekrönte Radiosendung für junge Menschen genannt. Daran erinnert mich das neueste Programm des Berner Kammerorchesters. Es nimmt uns ganz hinein und öffnet uns dadurch den Zugang zur Musik weiter. Und das auf nochmals andere Art: mit dem Preis. Fünf Franken kostet der Eintritt für Kinder und Jugendliche. Das wäre als Dumping fragwürdig, wenn dahinter nicht der Gedanke steckte, auf diese Weise allen eine Chance zu bieten, klassische Musik live zu erleben.
Das geht dank einem Programm, das die Handschrift des Dirigenten Carlos Moreno trägt, der für neue kunstpädagogische Projekte einsteht. Und es geht, weil neben der öffentlichen Hand Stiftungen und weitere Private mittragen. Herzlichen Dank für die Idee und den Mut. Hoffentlich wird die Risikobereitschaft belohnt. Sicher ist: Wer sich hinwagt, gewinnt!

Alexander Tschäppät
Stadtpräsident von Bern

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