KAMMERSINFONIE

Di, 15. November 2005 19.30 Uhr Zentrum Paul Klee, Auditorium
19.00 Uhr Konzerteinführung
Johannes Schlaefli Leitung
Josiane Marfurt (Erstpreisträgerin Schweiz. Jugendmusik-wettbewerb) Klavier
Johannes Brahms
(1833-1897)
Serenade D-Dur, op. 11
(Fassung für Kammerorchester von Jorge Rotter)
Allegro molto
Adagio non troppo
Scherzo
Rondo. Allegro
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) Konzert für Klavier und Streicher Es-Dur, KV 449
Allegro Vivace
Andantino
Allegro ma non troppo
Arnold Schönberg
(1874-1951)
Kammersymphonie für
15 Solo-Instrumente, op. 9 (1906)


Dieses Konzert wird unterstützt durch die Stiftung Ruth und Ernst Burkhalter


Josiane Marfurt wurde 1982 geboren und lebt in Bronschhofen (SG). Von ihrem neunten Lebensjahr an studierte sie Klavier bei Yukio Oya in München, seit 2001 an der Musikhochschule Winterthur-Zürich bei Konstantin Scherbakov.

Bereits mit dreizehn Jahren gewann sie erste Auszeichnungen im Schweizerischen Jugendmusikwettbewerb und trat u.a. 1996 am Musik-Festival in Davos und 1998 anlässlich der Eröffnung der Musikfestwochen im Schauspielhaus Zürich auf. Es folgten Auftritte mit mehreren Jugendorchestern mit Konzerten von Mozart, Mendels-sohn und Chopin. 2002, 2003 und 2004 gewann sie mehrere Förderpreise (u.a. Hans Ninck-Musikpreis, Concours Géza Anda in Zürich, Kiwanis-Wettbewerb für Kammermusik). 2004 wurde ihr von der Stadt Wil der Förderpreis verliehen.


Der Weg von Johannes Brahms zur grossen Dimension der Orchester-symphonie begann in den Jahren 1857 und 1858 mit den beiden frühen Serenaden. Diese waren bezeichnenderweise Kompositionen für kleine Orchesterbesetzungen. Die erste Fassung der D-Dur-Serenade hatte Brahms nach der Überarbeitung des Werks für grosses Orchester vermutlich vernichtet. Joseph Joachim gegenüber, seinem Freund und Berater, beklagte er die «Zwittergestalt» der Serenade, die «nichts Rechtes» sei und die er «in eine Symphonie zu verwandeln» suche. Jorge Rotter hat auf der Basis von Briefen und weiteren Hinweisen eine Rekonstruktion der ersten Fassung für Kammerorchester versucht.


Arnold Schönberg hingegen distanzierte sich ein halbes Jahrhundert später von der monumentalen Besetzung, um einer motivisch dichten Musik zur Durchsichtigkeit zu verhelfen. Schönbergs 1. Kammer-symphonie markiert die erste deutliche Station auf dem Weg zur Neuen Musik des 20. Jahrhunderts. Der Komponist nimmt in diesem faszinierenden Werk, das er sein Leben lang als eines seiner bedeutendsten betrachtete, einen Zusammenzug der grossen spät-romantischen Symphonie auf fünfzehn Instrumente vor. Es ist eine Symphonie für Solisten, die die Farbenvielfalt einer Symphonie, aber zugleich die musikalische Dichte und den expressiven Ausdruck von Kammermusik in sich vereinigt. Der Form nach als Sonatensatz aufgebaut, hat Schönberg zugleich den Zyklus der Symphonie (Sonatensatz, Scherzo, Adagio und Rondo-Finale) einmontiert, also traditionelle Form und Charakterfolge übereinandergeblendet. Diese überaus intensive Musik hat die packende Eigenart, dass trotz dauernder Variation der Themen diese immer präsent und erkennbar bleiben.


Zwischen 1784 und 1786 komponierte Wolfgang Amadeus Mozart zwölf Klavierkonzerte, in denen er diese Gattung zu einem einzig-artigen Gipfel führte. Dass er das erste Konzert KV 449 als erstes Werk in sein thematisches Werkverzeichnis aufnahm, zeigt, wie sehr er selber diese Werke als neue Phase in seinem Komponieren verstand. Wenn er zudem gegenüber seinem Vater das Konzert «von ganz besonderer» Art nannte, meinte er vor allem den experimentellen Charakter. Schlichte Melodien stehen verblüffenden Harmonie-wechseln gegenüber, geradezu volkstümliche Einfälle kontrastieren mit intensiver Kontrapunktik.

Dr. Hanspeter Renggli-Zuber

Seite Drucken | Zum Seitenanfang

rückschau programm fotos musiker geschichte mitgliedschaft mitglieder vorstand ziel und zweck pressekontakt pressematerial pressestimmen gönner oder sponsor werden sponsoren